KARL VIII. ABZUG igi
heftigem Blutvergießen kam, was er der Klugheit und Geduld derflorentinischen Behörden zuschrieb. Freilich sei in Florenz auchniemals soviel gebetet und soviel gefastet worden wie damals,und so habe es Gott in seiner Barmherzigkeit nicht zugelassen,daß die Gläubigen über ihre Kräfte heimgesucht wurden 64 . Jeden-falls habe sich aber die Stadt noch niemals in einer gefahrvollerenLage befunden. Als sei sie der Belagerung durch Barbaren undHeiden entronnen, so groß sei ihr Jubel beim Abzüge des Königsgewesen. Je größer aber ihre Freude über die Errettung aus derfurchtbaren Gefahr war, in der sie geschwebt hatte, desto größermußten die Verdienste des Oberen von S. Marco erscheinen, demsie ihre Rettung nicht zuletzt zu verdanken hatte. „Gott dem All-mächtigen", so rief wie von einem schweren Alp befreit, PeterParenti aus, „sei für die Wohltaten Dank, die er uns erwies, nichtum unserer Verdienste, sondern um seiner unendlichen Milde undGüte willen. In Wahrheit darf man annehmen, daß es die Fastenund guten Werke waren, die Bruder Hieronymus Savonarola demVolke auferlegte, was uns der Menge unserer Sünden ungeachtetGnade bei ihm finden ließ. Er sei gepriesen in alle Ewigkeit 65 ."