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1 (1924) Das Leben
Entstehung
Seite
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igo KARL VIII. IN FLORENZ

vor, wie er mit der Gunst des Himmels in der Stadt eingerückt,nun aber ob seiner unehrbaren Handlungsweise in größter Gefahrsei, sein Vorhaben nicht ans ersehnte Ziel zu führen. Er mögesich daher bessern und vor seinen schlimmen Beratern hüten,falls sie die Urheber seines üblen Verhaltens seien. Auf die Fragefijte-A- *i*J des Königs aber, wer denn diese Bösewichter seien, gab der Mönchi zur Antwort, es stehe ihm nicht zu," sich darüber näher auszu-lassen, der König möge sie in seiner großen Weisheit nur selbstermitteln 59 . Da zudem nicht bloß Kardinal Julian della Rovere 60 ,sondern ganz besonders auch General D'Aubigny, der Befehlshaberdes durch die Romagna vorgerückten Teiles des französischenHeeres, ernstlich zum Aufbruche mahnten, so zog Karl VIII. am28. November endlich ab. Er ging viel kleiner, als er gekommenwar. Sein kurzer Aufenthalt hatte genügt, um die Bürger in ihrerSchwärmerei zu ernüchtern und die großartigen Vorstellungen zuzerstören, die man sich von ihm als dem Sproß des großen Kai-sers Karl gemacht hatte. Schon seine äußere Erscheinung hatteallgemeine Enttäuschung hervorgerufen. Der unansehnliche jungeMann mit dem unförmlichen Kopfe auf den schwachen, hagerenGliedern, mit der langen Nase und den plumpen Füßen, trug sogar nichts Würdevolles, so gar nichts von dem majestätischenBilde an sich, das sich das Volk von einem Könige und nun garvon einem Abkömmlinge Karls des Großen zu machen pflegte 61 .Überdies hatte er mit seiner Forderung der Rückkehr Peters dessenGegner, mit dem Verzichte auf diese Forderung dessen Freunde,mit seiner Einwilligung in den Abfall Pisas das ganze florentinischeVolk aufs äußerste gegen sich aufgebracht. „Als ein undankbarer,unwissender, habsüchtiger, treuloser, für alle ihm erwiesene Auf-merksamkeit unerkenntlicher, durchaus barbarischer Mensch be-nahm er sich, aller Bildung und Gesittung wie jedes Anstandesbar, voll Habgier und Grausamkeit, ein wahres Ungeheuer 63 ." Soleidenschaftlich dieses Urteil klingt, so spricht aus ihm letztenEndes doch nicht so fast die Wut über den König selbst, als viel-mehr über die Medici, die er hatte zurückrufen wollen, und gegendie der Haß vieler Bürger keine Grenzen kannte. Aber auch einruhiger Beobachter, der kein Florentiner und kein Hasser der• Medici war, sprach sich über das Benehmen des Königs und seinerLeute sehr abfällig aus, der Kamaldulensergeneral Peter Delphin 63aus Venedig. Er hielt es für ein wahres Wunder, daß es nicht zu