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1 (1924) Das Leben
Entstehung
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175
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VERHANDLUNGEN MIT KARL VIII. 175

denspersonen, beherbergt, um derentwillen du die Stadt schonenmußt, auf daß sie desto mehr Grund hätten, Gottes Heil und Gnadeauf dein Unternehmen herabzuflehen. Ebenso ermahnt dich der-selbe unnütze Knecht im Namen Gottes, mit aller Sorgfalt die Un-schuldigen, die Witwen und Waisen, sowie alle Erbarmungswür-digen, namentlich aber die Keuschheit besonders der BräuteChristi in den Klöstern zu beschützen und zu beschirmen undnicht Anlaß zu einer Menge von Sünden zu geben, da sonst diedir verliehene Kraft aus der Höhe zur Ohnmacht würde. Endlichermahnt er dich und fordert dich auf im Namen Gottes, die Belei-digungen gerne zu verzeihen, d. h. gnädige Nachsicht zu üben,wenn vom florentinischen Volke oder anderen 71 ein Fehler widerdich begangen wurde; denn es geschah aus Unwissenheit, da siedich als Gottes Gesandten noch nicht erkannten. Gedenke alsodeines Erlösers, der am Kreuze seinen Henkern gnädig verzieh!Wenn du dies einhältst, o König, dann wird Gott dein irdischesReich mehren und dir allenthalben den Sieg verleihen. Zuletztaber wird dir das ewige Reich jener gewähren, der allein selig undmächtig ist, der König der Könige und der Herr der Herrscher,der allein im Besitze der Unsterblichkeit ist und im unzugäng-lichen Lichte wohnt, das kein Sterblicher je sah noch zu sehen 'vermag, dem Ehre und Herrschaft ist durch unendliche Ewigkeit.'^ Ar»» v '

Nachdem so Savonarola dem Könige kundgetan, was er ihm im _> ^4^, ?Namen und Auftrage Gottes zu eröffnen hatte, entbot er ihm erst,,was er ihm im Namen und Auftrage des florentinischen Volkesmitteilen sollte 72 , worauf auch die übrigen vier Gesandten zu Wortkamen. Sodann ward der Mönch von einem der ersten Barone desKönigs bei der Hand ins Gemach des Königs geführt, mit dem ersich nun mehr als eine Stunde lang unter vier Augen besprach 73 -Die Gesandten wurden mit Versicherungen des königlichen Wohl-wollens gegen die Stadt entlassen und konnten mit der Aufnahme,die sie gefunden, wohl zufrieden sein 74 . Mehr als Worte b r achtensie freilich ni cht nach Hause, so daß von einem greifbaren Erfolgeihrer 'Sendung wenig zu spüren war 75 .

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