^8 KARL VIII. ZUG NACH ITALIEN
stellen, der für andere sterben wollte 81 . Peter dagegen spielte denungläubigen Thomas" 5 . Wie die meisten Italiener, hielt er dieSache mit dem Zuge gegen Neapel für eine bloße mailändisch-französische Drohung zur Einschüchterung der Aragonesen undbefürchtete zugleich, daß er im Falle seiner Nachgiebigkeit diefranzösische Begehrlichkeit und Kriegslust nur noch mehr her-ausfordern und anstacheln würde. Unter solchen Umständen wares dann freilich verlorene Liebesmühe, den König durch kleineGeschenke und Aufmerksamkeiten gewinnen zu wollen. So nahmKarl VIII. die ihm von Peter übersandten Falken mit kindlicherFreude entgegen 66 , hielt aber an seinen politischen Forderungenhartnäckig fest. „Der Mohr schickt Gold und nicht Vögel", schriebBecchi sarkastisch nach Hause 67 . Ebensowenig hatten die Ge-sandtschaften Wert, die Peter immer wieder nach Frankreichabordnete. Guidanton Vespucci und Peter Capponi, die dorthinun Frühjahre 1494 abgingen 68 , richteten so wenig aus wie ihreVorgänger; Capponi trug sogar kein Bedenken, sich an den Um-trieben zum Sturze Peters zu beteiligen, deren Seele am französi-schen Hofe S. Malo war 69 . Als nun auch die vier französischenGesandten, die im Mai 1494 das alte Verlangen nach Unterstützungdes französischen Unternehmens zu Florenz wiederholten, unver-| richteter Dinge abziehen mußten, da stieg der Zorn des Königs undI seiner Räte aufs höchste. Karl VIII. ließ es bei bloßen Klagen undVorwürfen gegen Peter nicht mehr bewenden, sondern schritt nunzur Tat, indem er die florentinischen Gesandten wie die Beamtender mediceischen Bank aus Frankreich verwies 70 , die übrigenflorentinischen Kaufleute aber unbehelligt ließ, zum Zeichen, daßer zwischen dem Volk und dessen Herrscher wohl zu unterscheidenwisse und es an jenem nicht strafen wolle, was dieser gefehlt habe.Für Peter war diese Maßregel der härteste Schlag. Je mehr erseinen Halt an Mailand und Frankreich einbüßte, um so mehrverlor er auch in seiner Vaterstadt selbst an Boden. Die Un-zufriedenheit mit ihm ergriff die weitesten Kreise und wagte sichimmer kecker ans Tageslicht. Denn das Volk war nach wie vorfür den Anschluß an Frankreich und verabscheute Peters orsj-nisch-aragonesisches Bündnis. Seine heftigsten Feinde aber emp-fanden gerade hierüber eine teuflische Freude, in der Erwartung,daß' ihm seine Politik das Genick brechen und die Herrschaftdann von selbst ihnen zufallen werde 71 .