PETERS SCHWIERIGE LAGE ______________ 167
gegen nichts auszurichten. Denn die einzige Antwort, die der Königund seine Umgebung von ihm verlangte, die feste Zusage einerUnterstützung des Kriegszuges gegen die Aragonesen, konnte ernicht geben, und was er sonst vorbrachte, machte nicht den ge-ringsten Eindruck, sondern wurde lediglich als schale Ausredeaufgefaßt 68 . Die französische Stimmung verschlechterte sich nocherheblich, als Perron de' Baschi, der im Juli 1493 als französischerGesandter in Florenz um Hilfe gegen Neapel warb, von Peter undder Signorie mit Freundschaftsversicherungen abgespeist wordenwar; die Brüder Lorenz und Johann dagegen hatten ihm 100 000Goldgulden angeboten, wofür sie mit französischen Hoftiteln aus-gezeichnet wurden 57 . Vergeblich gingen hierauf Bischof GentileBecchi, der einst der- Lehrer Lorenzos gewesen, und Peter Soderini,Paulantons Bruder, als außerordentliche Gesandte nach Frank-reich, um den König zu besänftigen und der unwandelbaren Er-gebenheit Peters und des florentinischen Volkes zu versichern 58 .Sie sahen sofort, daß der Monarch und die ihn völlig beherrschendeKriegspartei, der Seneschal und S. Malo an ihrer Spitze, voll-ständig unter dem Einflüsse des Mohren standen, während sieselbst „wie Juden" mißachtet waren 50 . Zwar glaube, so berich-teten sie ihrem Herrn, am Hofe selbst im Ernste kein Mensch andas neapolitanische Unternehmen, über das man nur lache. Aberder König bestehe darauf und sei entschlossen, in eigener Personnach Florenz und Rom zu ziehen, da es Gottes Wille so sei 60 . Mitbloßen Worten gebe man sich am Hofe nicht mehr zufrieden.Man verlange Taten und wisse sehr wohl, daß es in Florenz Leutegenug gebe, die zu solchen bereit seien, falls Peter versage 61 . „Ichbin alt", schrieb Becchi an diesen 62 , „und habe Dich auf den Armengetragen. Aber um mich in zwei Worten kurz zu fassen, ichglaube nicht, daß sich Dein Vater, Großvater und Urgroßvater,mit denen ich lebte, jemals in so schwieriger Lage befanden wiegegenwärtig Du. Sogar Dein eigenes Blut ist wider Dich." Letz-teres bestätigte Becchis Amtsgenosse Peter Soderini mit den Wor-ten: „Die Schlange hat ihren Schwanz in Florenz selbst 63 ." Bec-chis Rat ging nun dahin, Peter möge nachgeben und dem Königefreien Durchzug durch das florentinische Gebiet gewähren. Ermöge nicht weiser sein wollen als die anderen italienischen Mächte,sondern sich gleich diesen beeilen, zu werden, was schon dieVäter waren, gute Franzosen, und sich nicht Christus gleich-