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1 (1924) Das Leben
Entstehung
Seite
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j56 KARL VIII. ZUG NACH ITALIEN

wenige von diesen zog Peter zu Rate, außer Bibiena AgnoloNiccolini, Puccio Pucci, Bernhard del Nero, Franz Valori undPeter Guicciardini, den Vater des berühmten Historikers 61 . DieSpannung zwischen Peter und seinen Verwandten verschärftesich, als Bernhard Rucellai eine Tochter mit Lorenz Strozzi, demSproß eines der reichsten, von Cosimo aufs' härteste verfolgtenGeschlechter vermählte, während Paulanton Soderini seinem SohneThomas eine Strozzi zur Frau gab, ohne daß es der eine oderder andere für nötig erachtet hätte, zuvor die Zustimmung desHerrschers einzuholen, wie es in solchen Fällen bisher üblich ge-wesen war. Bibiena versäumte denn auch nicht, zu erklären,daß Lorenzo eine politisch so gefährliche Verbindung vornehmer,durch Reichtum und Rang einflußreicher Familien niemals zu-gegeben hätte, was ihm eine Ohrfeige Paulantons eintrug 52 . Soverschlimmerten sich die Dinge immer mehr. Paulanton fügtesich zwar, Rucellai dagegen machte aus seinem Unwillen überdie bestehende Herrschaft auch öffentlich schon kein Hehl mehr 53 .Ihm schlössen sich Lorenz und Johann Medici an, die Söhne desPeterfranz, Sprößlinge einer jüngeren Linie des Hauses Medici.Sie hatten schon Lorenzo schwer bedrängt, indem sie ihr reichesVermögen, das sie in seiner Bank angelegt hatten, zurückzogenund ihren Vetter hierdurch dem Bankerott nahe brachten 54 . Nunsetzten sie sich durch Rucellais Vermittlung mit dem Mohren, demTodfeinde Peters, in Verbindung und durch den Mohren mit demfranzösischen Hofe. Natürlich blieben diese Umtriebe Peter nichtunbekannt. Er ließ nun die beiden Brüder verhaften, schenkteihnen aber das Leben und begnügte sich, sie der Stadt zu ver-weisen und auf ihre Güter zu verbannen 55 . Diese Abkehr dereigenen Verwandten von ihm gab nicht bloß der ganzen Bürger-schaft das übelste Beispiel, sondern trieb ihn nur noch mehr insLager der Orsini und Aragonesen hinein, was ihn dann auf der) anderen Seite wieder in eine immer schiefere Stellung zu Frank-reich brachte.

Frohlockend bemerkten seine florentinischen Gegner diesesimmer deutlicher hervortretende, gerade von ihnen am eif-rigsten geschürte Zerwürfnis. Vergeblich gab er sich auch selbstalle Mühe, den steigenden Unwillen Karl VIII. und seiner Räte zubeschwichtigen. Della Casa, der als florentinischer Gesandter ihreunaufhörlichen Klagen über ihn anhören mußte, vermochte da-