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1 (1924) Das Leben
Entstehung
Seite
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i5o KARL VIII. ZUG NACH ITALIEN

Beaucaire und Nimes geworden, als welcher er Stellvertreter desKönigs in Rechts- und Verwaltungssachen und im Genüsse einesstattlichen Einkommens war. Gleichwohl hatte er immer nochSchulden. Ehrgeizig und habsüchtig wie alle Hofleute, war erstets auf Geld aus und darauf bedacht, sich höhere Einnahmenzu verschaffen 24 . Das italienische Unternehmen bot dazu die besteGelegenheit. Schon jetzt ließ er sich seine Unterstützung vomMohren teuer bezahlen. Es war ein offenes Geheimnis, daß dieRäte des Königs, Vesc ganz besonders mit eingeschlossen, vomMohren erkauft und bestochen waren 25 . Mit Fug durfte er damitrechnen, im weiteren Verlauf der Sache und besonders in Italienselbst, weitere erhebliche Vorteile herauszuschlagen eine Hoff-nung, die ihn nicht trog. Er wurde nach der Eroberung Neapelsdurch seinen Herrn mit den Herzogtümern Nola und Ascoli, mitden Grafschaften Avellino und Altripalda sowie mit der Würdeeines Großkämmerers ausgestattet, womit die Oberaufsicht überdie Finanzen des Königsreichs verbunden war 26 . Sein Freund undGehilfe war Wilhelm Brissonet, der, anfangs Kaufmann, nachdem Tode seiner Frau Geistlicher und zuletzt Bischof von S. Malogeworden war, daher häufig kurzweg S. Malo genannt. Er trach-tete, man wußte es allgemein, nach dem roten Hute, den er mitHilfe des Mohren zu erlangen hoffte 27 , und verschmähte keinMittel, um sein Ziel zu erringen. Wenn er den Hut nicht erhalte,so werde er, gab er zu verstehen, ein Konzil der gallikanischenKirche gegen den Papst veranstalten; die Berufung eines Konzils,mit der auch der Kaiser einverstanden wäre, sei das beste Mittel,den Papst gefügig zu machen 28 .

So arbeiteten der Seneschal und der Bischof mit ver-einten Kräften zugunsten des Mohren. Sie bildeten dieSeele der Kriegspartei am französischen Hofe, sie bestärk-ten den König in seinen phantastischen Plänen, sie warendie Haupturheber des italienischen Zuges 28 . Wider sie vermochtendie Gegner mit ihrer Berufung auf den Mangel an Geldmitteln,auf die von England, Deutschland und Spanien drohenden Ge-fahren, auf die Kriegsstärke und Verschlagenheit der italienischenMächte 30 nicht aufzukommen. Das Ausland, besonders Spanienund England, war durch beträchtliche Zugeständnisse zufrieden-gestellt. Der Krieg versprach den Krieg zu ernähren, der Mohrsagte erhebliche Beihilfe zu. Selbst wenn man an der Möglichkeit