KARL VIII. JUGEND
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phezeit. Diese Gesinnungen übertrug er ganz wie von selbst aufden königlichen Knaben und Jüngling, der gleich seinem Vater diegrößte Verehrung für ihn hegte, ihn häufig in seinem Kloster be-suchte und in den wichtigsten Staats- und Gewissensfragen zu Ratezog 1 . Durch nächtliche Gesichte hatte er, wie er versicherte, dieÜberzeugung gewonnen, mit Leichtigkeit werde er die ganze Erdeerobern, wenn er den Mahnungen eines gewissen Mönches ge-horche 5 . Schon Sixtus IV. bat Ludwig XL, dieser möge ihn von
Karl Vni. und sein Hof
Holzschnitt aus einem Gedichte über den Zug des Königs nach Italien.
Bergamo-Sammlung GafEuri
der gehässigen Nachbarschaft des Königs Ferrante von Neapel«rlösen. Ludwig XL ließ sich in seiner kühlen und nüchternenPolitik nicht darauf ein. Doch ist es wahrscheinlich, daß diewiederholten Mahnungen des Heiligen Vaters eine ganz andereWirkung auf den ritterlichen Sinn des jungen Kronprinzen aus-übten, der der Versicherung des Papstes zufolge die Säule deschristlichen Glaubens werden sollte und von ihm mit der Würde■eines Bannerherrn der Kirche ausgezeichnet wurde 8 . So reifte inKarl VIII. der Entschluß zur Eroberung Neapels heran. Er zwei-felte nicht, daß sein Wille der Wille Gottes sei; die öffentlichenGebete, die er in seinem Lande veranstalten ließ, bestätigten es
10 Schnitzer, Savonarola