I3 o DIE KONGREGATION VON S. MARCO
Aber wo alles verzagte, verlor Savonarola den Mut nicht; geradeunter den größten Schwierigkeiten erlahmte er am allerwenigsten,sie stählten ihn im Gegenteile erst recht zu unbeugsamem Wider-stände. Er richtete den gesunkenen Mut seiner Gesandten mit derzuversichtlichen Versicherung auf, daß ihnen der Sieg mit GottesHilfe gewiß sei, und mahnte sie, im Vertrauen auf den, der dieRatschläge der Heiden vereitle, in ihren Anstrengungen nicht zuerlahmen 42 . Dominikus war seiner Sache nunmehr so sicher, daßer, wie es hieß 43 , entschlossen war, sich dem Papste zu Füßen zuwerfen und ihn von der Gottgefälligkeit der Trennung durch dieAuf erweckung eines Toten zu überzeugen. Ein Mann des Gebetes,wie wenige in der Geschichte und gewohnt, alle seine Anliegen demHerzen Gottes anzuempfehlen, hielt Savonarola seine Untergebenenin dieser für die Geschicke des Klosters so wichtigen Zeit unermüd-lich an, vertrauensvoll ihre Zuflucht zu Gott zu nehmen. Währendder sechs bis sieben Monate, die über den römischen Verhand-lungen verstrichen, versammelten sich die Brüder Tag für Tagfünf-, sechs-, ja siebenmal, den Chordienst und ihre eigenen An-dachten nicht mitgerechnet, um den göttlichen Segen zum Ge-lingen ihres Unternehmens zu erflehen 44 . Aber auch an mächtigermenschlicher Hilfe gebrach es ihnen durchaus nicht. Peter Medicihatte seit Beginn seiner Herrschaft darauf gesehen, den in weitenKreisen so angesehenen Prior von S. Marco für sich zu gewinnen 45 .Wirklich obwalteten denn auch zwischen ihm und Savonarola_soguteJBeziehungenftlaß sich dieser später sogar gegen den Verdachtwehren mußte, als halte er es mit den Medici gegen das Volk 46 ;und Johann Guidi von Pratovecchio, einer der einflußreichstenBerater Peters, galt geradezu als Freund Savonarolas 47 . Hatte nuneinst Lorenzo, solange er gut mit den Sforzas stand, die Unter-ordnung der in seinem Bereiche gelegenen Klöster unter die lom-bardische Kongregation aus politischen Gründen befördert 48 , sobetrieben jetzt, da sich die Verbindung mit Mailand erheblich ge-lockert hatte, Peter und seine Ratgeber wieder aus politischenRücksichten die Abtrennung dieser Klöster. Hierfür legte sich dieSignorie in eindringlichen Amtsschreiben ein, worin sie dem reli-giösen Eifer und musterhaften Wandel der Brüder von S. Marcodas rühmlichste Zeugnis ausstellte 48 ; und der florentinische Ge-sandte Philipp Valori sowie sein Gehilfe Franz Gaddi verliehendiesen Schreiben durch ihre persönlichen Bemühungen und Ver-