i 2 8 DIE KONGREGATION VON S. MARCO
von Cremona, P. Ludwig, Prior von Venedig, und P. Franz Mei,Prior von S. Gemignano 29 , alle Minen springen, um den drohendenVerlust eines ihrer schönsten Klöster abzuwehren. Hier mußten da-her auch die Brüder von S. Marco alle Kräfte einsetzen, um ihreSchachzüge zu durchkreuzen. Sie legten ihre Sache in die Händezweier ihrer angesehensten Männer; es waren P. Dominikus vonPescia und P. Alexander Rinuccini 29 , ein Bruder des Chronisten Ala-manno Rinuccini. Als Sproß eines der ersten florentinischen Ge-schlechter 1425 geboren, humanistisch gebildet und dann im väter-lichen Handelsgeschäfte tätig, hatte er 1459 um das Kleid der Predigerin S. Marco gebeten und sich nachher als geschätzter Kanzelrednerverdient gemacht. Im Reichtume geboren und aufgewachsen, ver-schmähte er es nicht, mit dem Bettelsacke von Haus zu Haus zuziehen und an den Türen seiner Mitbürger um milde Gaben an-zuklopfen, von seinen Klostergenossen schon bei Lebzeiten alsMuster der Vollkommenheit verehrt 30 . Und ihm stand an EiferP. Dominikus nicht nach, Savonarolas vertrautester Freund. Sietaten in Rom das Menschenmögliche zur Förderung ihrer Sache— ohne einen anderen Erfolg als Hohn und Spott 31 . Der Wider-stand, auf den sie stießen, war so heftig und allgemein, daß sie all-mählich selbst allen Mut verloren und am Erfolge ihrer Sendunggänzlich verzweifelten 32 . Denn nicht bloß die lombardischenOberen, sondern auch die weltlichen Mächte, besonders Ludwigder Mohr von Mailand, sodann Venedig und Genua, ebenso HerzogHerkules von Ferrara, Bentivoglio von Bologna und sogar derKönig von Neapel gaben sich desto größere Mühe, die Trennungzu vereiteln, je nachdrücklicher sich Peter Medici, sein BruderJohann, der Kardinal, und in deren Auftrage die florentinischenGesandten und Behörden dafür ins Zeug legten 33 . So ward die Zu-gehörigkeit S. Marcos, als hätte es sich um den Besitz der stärkstenFestung gehandelt, zu einer politischen Angelegenheit erstenRanges, welche die Mächte Italiens in zwei feindliche Lagerschied 3 *. Und allerdings hatte die Sache auch ihre politische Seite.Sie galt als Anzeichen der immer deutlicher fühlbaren Abschwen-kung der Medici von der mailändischen auf die neapolitanische>^Jtr-> ^/vT Seite. Überdies besaß ein Kloster lombardischer Richtung in Flo--W- trr^A*-* renz f" r die lombardischen Staaten und besonders für Venedigund Mailand unmittelbaren politischen Wert. Bei der unlöslichenVerbindung kirchlicher und weltlicher Dinge verstand es sich in
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