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1 (1924) Das Leben
Entstehung
Seite
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PREDIGT IN BOLOGNA 125

ben 13 , die leider nicht mehr erhalten sind. Im selben Sinne wirkteer wohl auch schon auf dem Kapitel der lombardischen Kon-gregation zu Venedig im Frühjahre 1492, dem er als Prior vonS. Marco anzuwohnen berechtigt und verpflichtet war. Von Venedigaus richtete er am 16. Mai 1492 ein Schreiben 14 an P. Baptist,Vikar von S. Marco, des Inhalts, er hoffe, für das Kloster in jederHinsicht Gutes zu wirken, falls nur die Brüder mit ihren Gebetennicht nachließen, denn auch der Teufel schlafe nicht. Schon imJanuar 1493 lenkte Savonarola seine Schritte abermals nachVenedig. Wieder schrieb er von hier an P. Baptist und empfahlihm seine geistigen Söhne mit dem Versprechen, ihnen, sobalder mehr Muße habe, eine längere schriftliche Ermahnung stattder gewohnten Predigt zu schicken 15 . Von Venedig begab er sichnach Bologna, wo - er die Fastenpredigten hielt, zugleich aberwohl auch bei den dortigen Oberen für seine Reformpläne tätigwar 16 . Der Erfolg blieb ihm freilich versagt, auch auf der Kanzelrichtete er wenig aus. DieWeisen der Welt" hielten ihn füreinenMann der Einfalt" und für einen Prediger für alte Weiber 17 ,während ihn andere beschuldigten, gegen den Papst gesprochenzu haben 18 . Es fehlte sogar, einem späteren Berichte 19 zufolge,nicht viel, so hätte er damals sein Leben eingebüßt. Zu seinen Zu-hörern zählte nämlich auch die Frau Bentivoglios, des Gebietersvon Bologna, die die leidige Gewohnheit hatte, mit ihrem Gefolgevon Hofdamen und Edelleuten zu spät zu kommen und hierdurchgroße Störung zu verursachen. Als sie nun eines Tages, obschonmehrmals gewarnt, wieder nicht zur rechten Zeit eintraf und vomPrediger mit den Worten empfangen wurde:Sehet den Dämon,sehet den Dämon, der das Wort Gottes zu stören sucht", gab sieihren Leibwächtern den Befehl, den Mönch sofort auf der Kanzelzusammenzuhauen. Da aber Gott nicht zuließ, daß sie hinauf-zusteigen vermochten, so schickte sie wutschnaubend zwei nochschlimmere Gesellen ins Kloster, mit dem Auftrage, ihn umzu-bringen. Doch gaben diese, in seiner Gegenwart wie umgewandelt,auf seine Frage, was sie denn Gutes brächten, voll Verehrung zurAntwort, ihre Herrin schicke sie, um zu vernehmen, ob ihm nichtetwas abgehe, denn sie sei mit Freuden bereit, jedem seiner Be-dürfnisse abzuhelfen 20 . Dieser Erzählung ist jedoch der Stempeldes Legendären zu deutlich aufgeprägt, als daß sie Anspruch aufGlaubwürdigkeit erheben könnte 21 .