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1 (1924) Das Leben
Entstehung
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I0 6 RÜCKKEHR NACH FLORENZ ___________ __

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nicht unter dem Vorwande, daß sie zur Erhaltung des Tuches bei-tragen. Um sich in der Kälte der Welt zu erwärmen, kehre sie häu-fig zum Ofen der göttlichen Liebe zurück und bete fleißig; mit demHerunterleiern von Psalmen und anderen Gebeten ist es freilichnicht getan, alles kommt vielmehr auf das innere, geistige Gebetan. Ein einziges Vaterunser, andächtig verrichtet, wiegt tausendunandächtige auf. In Religionssachen erstrecken sich die Kennt-nisse einer gottesfürchtigen Witwe auf die kirchlichen Glaubens-lehren, die zehn Gebote, die guten Räte und überhaupt alles, wassie von Predigern oder aus Büchern, sei es italienischen, oder, fallssie in der Grammatik beschlagen ist, lateinischen gelernt hat. AufGesichte darf sie dagegen nicht viel geben, denn der böse Geist hatschon zu viele getäuscht. Um dieselbe Zeit wie die Schrift vomWitwenleben, entstand dieAbhandlung über die De-in u t 134 ", die er als die Tugend bezeichnete, ohne welche im Ge-bäude des christlichen Lebens kein Stein auf dem anderen bliebe,während die Liebe sein alles zusammenhaltender und krönenderSchlußstein sei. Darum wolle er, wie er sagt, zunächst von derDemut, und sodann, falls es Zeit und Umstände erlaubten, zugleichauch von der Liebe handeln, wenn aber nicht, diese in einer späte-ren Schrift behandeln. Tatsächlich veröffentlichte er denn auchein eigenesBüchlein von der Liebe zu Jesu s 135 ", dassich, am 17. Mai 1492 bei Anton Miscomini zu Florenz ausgegeben,fortan größter Beliebtheit erfreute und schon am 26. Juni in neuerAuflage erschien. Es wird uns mit einer Reihe gleichzeitiger Schrif-ten über das Gebet an anderer Stelle beschäftigen 136 . Aber nichtnur als eifriger Seelenführer und fruchtbarer, erbaulicher Schrift-steller bewährte sich Hieronymus schon in der ersten Zeit seineszweiten florentinischen Aufenthalts, auch als gelehrter Denkerund Scholastiker zeichnete er sich aus. Den Niederschlag seinerklösterlichen Wirksamkeit als Lehrer der freien Künste bildeteseinHandbuch der Logik 137 " und seinHandbuchder gesamten Philosophi e 138 ", während seinhöchstnützliches Werk"Über die Einteilung, Rangord-nung und Nützlichkeit aller Wissenschafte n 139 "durch den dichterischen Erguß des florentinischen HumanistenHugolin VieriÜber die Glückseligkeit der christlichen Religionund des Mönchslebens" veranlaßt war 140 .

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