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1 (1924) Das Leben
Entstehung
Seite
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io4 RÜCKKEHR NACH FLORENZ

übrigbleibe als die Buße, und daß ihnen nicht Haufen Geldes,nicht Schlachtreichen oder Burgen und noch so stark befestigtePlätze etwas helfen würden. Denn wenn sie auch einen uner-schöpflichen Schatz und das zahlreichste und tapferste Heer,eherne Mauern und stählerne Burgen besäßen, so würde dies allesdoch nicht genügen, sondern wie feige Weiber würden sie fliehen,von Gott mit Blindheit geschlagen und der Kraft und Einsicht be-raubt, wie es Job 12, 17 heißt:Er führt die Ratsherrn zu törich-tem Ende und die Richter zur Betäubung. Er löset den Gürtel derKönige und schlingt die Fesseln um ihre Lenden." Er fügte bei, eswürden, da e i n Scherer nicht ausreiche, um ganz Italien zu sche-ren, auch noch andere dazukommen. Er versicherte, daß sich dieTürken und Mohammedaner in gegenwärtiger Zeit zum Christen-tume bekehren würden;es sind viele unter den hier Stehenden,"sagte er,die dies erleben werden 127 ."

Kaum hatte Savonarola im Jahre 1492 die Fastenpredigten, dieer in S. Lorenz über die Genesis hielt, beendet, als er die Kanzelwieder bestieg, um im Laufe des Sommers über den Psalm (72)Quam bonus Israel Deu s 128 " zu sprechen Vorträge,die zwar des visionären Beiwerkes ermangeln, aber eine Wärmeder religiösen Empfindung wie einen Schwung der Rede bekun-den, die er auch später nur selten übertraf 129 . Im Verlaufe derapologetisch-religiösen Betrachtungen, die er hier über das Zielund Ende des Menschen, über die Liebe zu Gott und zu Jesus, überdie Vorsehung, über das christliche Leben, über die Heilige Schriftund das Gebet anstellte, kam er immer wieder auf die Erhaben-heit des Christentums, auf den schmählichen Verfall der Kircheund auf die Dringlichkeit einer gründlichen Reform zu sprechen,die, wenn auch auf dem Wege schmerzlicher Prüfungen, gleich-wohl auch jetzt immer noch möglich sei. Eben deshalb, erklärteer, sehnten sich die Wohlgesinnten geradezu nach diesen Züchti-gungen und flehten sie in ihren Gebeten herbei, ein Verlangen, dasnicht etwa böswilliger Schadenfreude, sondern lediglich dem Eiferfür die Ehre Gottes und für das Wohl der Kirche entspringe. Umdie Gläubigen zum rechten Gebete während der Trübsal anzu-leiten, gab er ihnenZehn Regel n" 130 an die Hand, von wel-chen sich die einen fünf auf die Zeit vor, die andern auf die Zeitwährend der Heimsuchung bezogen. Er riet, Gott ganz besondersum gute Herrscher und Hirten anzuflehen, die das Volk in seiner