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1 (1924) Das Leben
Entstehung
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RÜCKKEHR NACH FLORENZ

Hause. Auch seinen Landsmann Hieronymus, den Lesemeistervon S. Marco, traf er hier wieder, und er schloß ihn in einer Weiseins Herz, daß er ohne ihn nicht mehr leben zu können vermeinte 24 .? -'[ i n i Gleichwohl trat er ihm innerlich noch nicht näher;" noch war erallzu sehr in die Welt verstrickt. Obschon er gewöhnlich wie ein^rvyA» - Heiliger lebte, so war er doch einem gelegentlichen Liebesaben-teuer nicht abgeneigt 25 ; und im stolzen Bewußtsein, nicht bloß dasgesamte Wissen seiner Zeit in sich aufgenommen, sondern in derkabbalistischen Geheimüberlieferung auch eine der Gelehrtenweltsonst unzugängliche Erkenntnisquelle erschlossen zu haben, warer von jener Nachfolge des Erlösers in der Torheit des Kreuzesnoch weit entfernt, in welcher Hieronymus die Weisheit des Chri-sten erkannte. Nach etwa zweijährigem ruhmvollem Aufenthaltein Florenz 28 (14841486) zog er nach Rom und machte sich an-heischig, 900 Sätze aus allen Zweigen der Wissenschaft in einerfeierlichen Disputation zu verteidigen, verscherzte aber hierdurchdie Gunst des Papstes, der eine Reihe dieser Sätze als ketzerischund anstößig brandmarkte und die Disputation vereitelte 27 . Um-sonst suchte sich Pico seiner üblen Lage durch die Flucht nachFrankreich zu entziehen. Als er 1488 zurückgekehrt war, durfteer sich zwar mit Erlaubnis Innozenz VIII. in Florenz niederlassen,vermochte es aber selbst mittels der kräftigen Fürsprache Loren-zos de' Medici nicht durchzusetzen, daß seine Sätze von dem Ma-kel der Ketzerei befreit wurden. Im Gegenteil verübelte es derPapst seinem Günstlinge Lorenzo ernstlich, daß er die Widmungdes ketzerischen Werkes eines Verfassers entgegengenommenhabe, der noch ein schlimmes Ende nehmen, dem Feuer oder dochewigem Tadel verfallen werde und jedenfalls besser täte, Verse zuschmieden, als Werke über Theologie zu schreiben, von der erwenig verstehe 28 . Eine so weiche Natur wie Pico litt unter demZwiespalte mit der Kirche ungemein. Zwar war er, da er sich beiAufstellung seiner Streitsätze ausdrücklich dem Urteile des Hei-ligen Stuhles unterworfen hatte, nicht als Ketzer verdammt wor-den, Innozenz VIII. hatte im Breve vom 5. August 1487, in dem erseine irrigen Lehren verwarf, seine Person geschont. Immerhinwar er als Urheber ärgerlicher Lehren an den Pranger gestellt, inFrankreich von den päpstlichen Nuntien Lionello Chieregato undAnton Flores auch selbst als Ketzer bezeichnet, verfolgt und eineZeitlang verhaftet worden, und nur durch eilige Flucht hatte er