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1 (1924) Das Leben
Entstehung
Seite
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7 o S. MARCO. DIE ERSTE FLORENTINISCHE WIRKSAMKEIT

es erlaubten. Wo aber die Not, die kein Gebot kenne, es erheische,da müsse man eine Ausnahme zulassen, in dem Falle nämlich,daß die Brüder sonst nicht mehr in entsprechender Anzahl lebenkönnten; nur sei dies, da die Ordenssatzungen vom Heiligen Stuhlebestätigt seien und daher nicht eigenmächtig umgangen werdendürften, nicht ohne päpstliche Genehmigung zulässig. Damals, alsder heilige Stifter seinen Jüngern allen, auch den gemeinsamen,Besitz untersagte, habe es eben noch keine anderen Ordensleutegegeben als die Benediktiner, die nicht zu betteln brauchten, dasie keinen Mangel litten. Damals seien daher die Brüder wohl mitreichlichen Almosen bedacht worden. Jetzt aber hätten sich dieBettelorden beiderlei Geschlechts erheblich vermehrt, und da dasVerderben ungemein gewachsen und die Liebe in vielen Herzenerkaltet sei, so seien die Gläubigen mit Rücksicht auf die durch dieKriegszeiten hervorgerufene Not und infolge des Aufwandes, densie trieben, im Almosenspenden sparsam geworden und viel mehrgeneigt, ihr Geld auf den Bau von Kapellen und auf die Aus-schmückung von Kirchen zu verwenden als auf die Unterstützungder Armen 24 . Antonin übersah dabei nur^daß sich all das, was erzur Erweichung des alten Armutsgelübdes anführte, mit dem-selben Recht zugunsten der Konventualen von S. Maria Novellaanführen ließ. Wenn die Observanten von S. Marco ihre Obser-vanz selbst nicht streng hielten was wollte dann S. Marconeben S. Maria Novella? Antonin übersah ferner, daß gerade dieärgerliche Verletzung der Armutsgelübde durch die Brüder imengsten ursächlichen Zusammenhang mit dem Rückgange der Al-mosen stand, da es nur allzu natürlich war, daß die Gläubigenum so weniger spendeten, je weniger sie hierzu angesichts desimmer mehr einreißenden Gemein- und Eigenbesitzes der Bettel-mönche einen Anlaß sahen. Und daß die Gläubigen zur Zeit Antonins mit den Almosen gerade den Mönchen von S. Marco gegen-über kargten, von denen bekannt war, daß sie in den reichen undverhaßten Medici ihre Wohltäter und Schirmherren verehrten, daswar nur allzu begreiflich. Endlich widersprach sich Antoninselbst, wenn er als Grund für die Abnahme der Almosen die durchdie Kriegswirren verursachte Not angab, im selben Atemzuge aberbeifügte, die Gläubigen spendeten ihr Geld lieber zum Baue vonKapellen und zur Ausschmückung der Kirdhen. Mit einem Worte,alles, was Antonin zur Rechtfertigung der Dispens vom strengen