66 S. MARCO. - DIE ERSTE FLORENTINISCHE WIRKSAMKEIT
Medici, die in Konstanz als Bankherren der Prälaten keinen geringenEinfluß besaßen, nachdrücklich unterstützt worden; unddaßhinterihnen Antonin und die Observanten selbst steckten, lag auf derHand 10 . Martin V. betraute den Abt Johann von S.Paul vonPisamitder Untersuchung der Sache, die, wie sich unter den gegebenenVerhältnissen nicht anders erwarten ließ, gegen die Silvestrinerausfiel. Doch hatte der Spruch keine tatsächliche Wirkung.Die Medici, damals noch im harten Kampf mit den Albizzibegriffen, saßen noch nicht fest genug im Sattel, als daßsie mit dem nötigen Nachdrucke für ihre Schützlinge hätteneintreten können, zumal die Silvestriner bei den Albizzi Zu-flucht gesucht und gefunden haben mochten. Als dann aber dieMedici ihren heißen Strauß mit ihren Gegnern siegreich beendethatten und Cosimo 1434 glorreich aus der Verbannung heimge-kehrt war, da liefen 1435 bei Eugen IV., der sich damals, aus Romvertrieben, längere Zeit in Florenz aufhielt, neuerdings Klagenüber den schlimmen Ruf der Silvestriner von S. Marco ein; dochförderte die Untersuchung, die im Auftrag des Papstes von zweiBischöfen angestellt wurde, kein belastendes Material wider dieMönche zutage 11 . In ihrer Hoffnung abermals getäuscht, ließendie Observanten von ihrem nun einmal ins Auge gefaßten Zielegleichwohl nicht ab. Sie gaben sich zunächst mit der ihnen 143.)übertragenen Kirche S. Georg jenseits des Arno zufrieden, wußtenes dann aber wieder mit Hilfe Cosimos und Lorenzos durchzu-setzen, daß der Papst den Silvestrinern 1436 befahl, ihr Klosterden Observanten von Fiesole beziehungsweise von S. Georg ein-zuräumen und sich dafür mit S. Georg zu begnügen — eine Ver-fügung, gegen welche die Silvestriner vergeblich ans Konzil vonBasel Berufung einlegten. So waren die Observanten endlich amZiele ihrer Wünsche angelangt und konnten noch im selben Jahre(1436) unter feierlichem Gepränge ihren Einzug in S. Marcohalten.
Freilich trafen sie Kloster und Kirche im übelsten Zustande an.Aber Cosimo sparte keine Kosten, um die verwahrlosten Gebäu-lichkeiten durch den bewährten Meister Michelozzi instand setzenund die neuen Bewohner mit den nötigen Einrichtungsgegenstän-den ausrüsten zu lassen. Bruder Johannes vom Mugello, ein Sohndes Klosters Fiesole, unter dem Namen Fra Angelico als einer dergrößten Maler Italiens berühmt, zauberte im Kapitel- und Speise-