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1 (1924) Das Leben
Entstehung
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64 S. MARCO. - DIE ERSTE FLORENTINISCHE WIRKSAMKEIT

ter die mächtige Bewegung einsetzte, die sich eine Wiederherstel-lung oder doch strengere Befolgung der ursprünglichen Regel' zurAufgabe stellte, fand die Observanz im Kloster S. Miniato ein Heim.

Auch die Anfänge des Predigerordens waren mit der Stadt Dan-tes aufs engste verknüpft. Wiederholt weilte der heilige Domini-kus in ihr; als er sich 1219 länger aufhielt, wohnte er im Spitalebei der kleinen Kirche S. Pankraz im Westen der Stadt 3 . Mit Hilfedes tatkräftigen Kardinals Hugolin, des nachmaligen Papstes Gre-gor IX., erhielten die Predigerbrüder das Kirchlein S. Maria No-vella mit zugehörigem Wohnhause; am 12. November 1221 feier-ten sie unter Führung ihres Oberen Johann von Salerno ihren Ein-zug. Was Heiligkreuz für die Minoriten bedeutete, das wardS. Maria Novella für die Dominikaner. Beide Klöster wurden be-rühmte Stätten der Kunst wie der Gelehrsamkeit, von denenun-endlich fruchtbare Wirkungen auf die florentinische Kultur aus-gingen".Auf eine weite Strecke ist weder die politische noch diegeistige Entwicklung von Florenz richtig zu erfassen, wenn mannicht dauernd die Einwirkungen in Rechnung stellt, die vonS. Croce wie von S. Maria Novella aus auf die öffentlichen Ange-legenheiten wie aufs Einzeldasein ausgeübt wurden 4 ." Aber auchS. Maria Novella teilte das Schicksal der allmählichen, mit unheim-licher Stetigkeit fortschreitenden Erschlaffung, der die Schöpfungdes heiligen Dominikus ebenso wie die des heiligen Franz zumOpfer fiel. Gerade S. Maria Novella war und blieb lange Zeit einBollwerk des zähesten Konventualismus und verfiel schließlich insolche Zuchtlosigkeit, daß Leo X. im Jahre 1518 den Generalvikarder lombardischen Kongregation beauftragte, hier nötigenfallsmit Hilfe der weltlichen Gewalt nach dem Rechten zu sehen 5 .

Allein wenn die Brüder von S. Maria Novella der Reform dieTüren ihres Klosters auch noch so beharrlich versperrten, sowaren sie angesichts der warmen Sympathien, deren sich die Ob-servanz selbst in den weitesten Laienkreisen erfreute, doch nichtimstande, ihr den Eintritt auch in die Mauern der Stadt zu weh-ren. Wenn schon der heilige Dominikus bei Stiftung seines Ordenssein Augenmerk vor allem auf Florenz gerichtet hatte, so wandel-ten die Erneuerer seiner Regel und seiner Ideale durchaus in sei-nen Pfaden, wenn sie darauf bedacht waren, nun auch der Reformin der Gemeinde Bahn zu brechen, in welcher Reichtum und Ver-weltlichung, die tiefsten Wurzeln getrieben hatten. Johannes Do-