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1 (1924) Das Leben
Entstehung
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LORENZOSTYRANNEI". 5i

noch nicht vergessen, mit denen sie sich ihrer Gegner entledigt,das unsägliche Elend, das sie über so viele ,edle Häuser gebrachthatten, und man sehnte den Tag der Rache und der Vergeltungherbei. Man sprach von dem schmachvollen Tyrannenjoche, dassie ihren Mitbürgern auferlegt hatten, und man spähte sehnsüch-tig nach einem Befreier aus. Je weniger man seinen Haß nachaußen hin merken ließ, desto sorgsamer schürte man ihn insge-heim. Zu den zahlreichen Hassern zählte Peter Paren ti als naherVerwandter der von den Medici aufs härteste mißhandelten Fami-lie Strozzi. Es war kein Zufall, daß er seine Aufzeichnungen mitdem Berichte der Ermordung des mailändischen Herzogs GaleazzoMaria (26. Dezember 1476) begann 27 , die Alamanno Rinuccini inseinenErinnerungen" als eine edle, mannhafte und lob-würdige Tat pries und als nachahmungswertes Muster für jeder-mann hinstellte, der unter einem Tyrannen lebe 28 ; um der Charak-terlosigkeit der Menschen und ihrer Angewöhnung an das Skla-venjoch willen habe aber jenes Beispiel damals leider keine Nach-ahmung gefunden 20 . Alamanno Rinuccini (14191499) war nunaber ein Mann, der sich unter Poggio und Argyropulos eine gründ-liche humanistische Bildung angeeignet hatte und durchaus im-stande war, Lorenzos kulturelle Verdienste zu würdigen 30 . Erstand den Medici überdies nahe 31 und gehörte jedenfalls nicht zuihren unbedingten Gegnern, obschon er sich von ihnen zurückge-setzt fühlte. In seinem Zwiegespräche fiberDie Freiheit"beklagte er abermals das Mißlingen der Verschwörung der Pazzi,welche er der eines Brutus und Cassius als gleichwertig an dieSeite reihte 32 , und noch gegen Ende seines Lebens fühlte er sich,trotz aller Anerkennung, die er der geistigen Begabung und Klug-heit Lorenzos zollte, angesichtsder vielen Lügen und falschenLobsprüche speichelleckerischer und bestochener Schriftsteller"gedrängt, aus Liebe zur Wahrheit auf den schweren Schaden hin-zuweisen, den er dem Staate zugefügt habe. So habe er sich dasStaatsvermögen angeeignet und die benachbarten kleinen Gewalt-haber und Tyrannen aus Staatsmitteln in seinen Sold genommen.Zu dem einen Zwecke allein, um seinen Sohn noch im Knaben-alter zum Kardinale zu erheben, habe er. aus staatlichen Geldernmehr als 200 000 Gulden zur Bestechung des Papstes und der Kar-dinäle aufgewendet. Es lasse sich auch nicht verhehlen, daß er eswie einst Julius Cäsar darauf abgesehen hatte, die gesamte Macht

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