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1 (1924) Das Leben
Entstehung
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.5o FLORENZ BEI ANKUNFT SAVONAROLAS ___________

Johann, den Kardinalshut verlieh (1489). So ward Lorenzo derVater eines Papstes, denn Johann Medici war der spätere Leo X.Nach Beendigung des Baronenkrieges herrschte die Ruhe deraugusteischen Zeit in ganz Italien. Loreno war am Ziele seinerkühnsten Träume angelangt. Schon trug er sich mit dem Gedan-ken, der fürstlichen Stellung, die er bekleidete, zunächst dadurchAusdruck zu leihen, daß er sich die höchste staatliche Würde, dasAmt eines Bannerherrn der Gerechtigkeit, auf Lebenszeit über-tragen ließ. Schon nahm er die Befugnis in Anspruch, die obersteStadtbehörde, die gleich dem Bannerherrn alle zwei Monate wech-selnde Signorie, zu ernennen, statt sie, wie es bisher üblich ge-wesen, der Wahl durch seine Getreuen zu unterstellen. So kamihm der Titel einesMagnifico", den man jedem, der die Stellungeines gewöhnlichen Bürgers überragte, beizulegen pflegte 23 , tat-sächlich zu. Als Fürst, als ihresgleichen, ward er auch von aus-wärtigen Herrschern, von Ludwig XL von Frankreich, von denSultanen der Türken und von Ägypten, behandelt. Man sah ihnalsdie Wage Italiens" an, deren Zünglein das Gleichgewicht deritalienischen Mächte entschied. Zu seiner Zeit stand Florenz aufdem Gipfel des Reichtumes, des Glanzes und Ruhmes. Es zähltedamals 18 400 Häuser mit 128 000 Einwohnern; die jährlichenEinkünfte wurden auf 350 000 Dukaten geschätzt 24 . Mit erfinderi-schem Geiste sorgte Lorenzo unaufhörlich für rauschende Festlich-keiten, Belustigungen und Vergnügen aller Art 25 , um das Volk zuzerstreuen'und über den Verlust der Freiheit hinwegzutäuschen,auf die es zu allen Zeiten so stolz war. Mit besonderem Prunkestattete er die Faschingsumzüge aus, für die er, ein um die toska-nische Volkssprache hochverdienter Meister der Dichtkunst,eigene Faschingslieder dichtete und Maskenzüge, mythologisch-allegorische Gruppenbilder (trionfi), sowie zahllose Wagen (carri)mit gewerklichen und sonstigen Schaustellungen veranstaltete,die oft bis tief in die Nacht hinein andauerten und die Straßenmit Schaulustigen füllten 28 . Einsichtige ließen sich von all demgleißenden Flitter gleichwohl nicht blenden. Sie wußten, daß dieseHerrlichkeiten schließlich doch nur auf Unkosten der Bürger-schaft gingen und lediglich auf Einschläferung des öffentlichenGewissens berechnet waren. So laut der Jubel des Pöbels auf denStraßen toben mochte, zwischen vier Wänden dachte man anders.Man hatte den Medici die rücksichtslosen Verfolgungen durchaus