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1 (1924) Das Leben
Entstehung
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46 FLORENZ BEI ANKUNFT SAVONAROLAS

Leute kommen, indem er zahlreiche Bauten aufführte. Er er-richtete nicht bloß für sich und die Seinen einen nicht allzu groß-artigen Palast in Florenz und prächtige Landhäuser in Careggi,Fiesole und anderen Orten der Umgebung, sondern stiftete auchin verschiedenen Kirchen herrliche Altäre und Kapellen. Die Ba-silika S. Lorenz erbaute er von Grund aus, ebenso das Kloster desheiligen Hieronymus samt Kirche in Fiesole und ein Minoriten-kloster im Mugello. Mit fürstlicher Freigebigkeit unterstützte erGelehrte und Künstler, und er sparte keine Auslagen, wenn esgalt, kostbare Handschriften und Bücher, wertvolle Kunstwerkeund Altertümer an sich zu bringen 11 . Seiner Opferwilligkeit wares zu danken, daß sich Niccolo Niccolis schöner Gedanke ver-wirklichte, in Florenz eine öffentliche Bücherei einzurichten. Erdurfte das Verdienst beanspruchen, daß ausgezeichnete Gelehrte,wie Chrysoloras, Argyropulos und andere, mit Lehrstühlen be-dacht werden konnten, daß die platonische Akademie zustandekam und Marsilius Ficinus, von äußeren Sorgen unberührt, seinenplatonischen Studien zu leben vermochte. Für ewige Zeiten ver-knüpfte sich mit dem Namen Cosimo Medici der unverwelklicheRuhm eines großherzigen Mäzenatentums, und so war es keinWunder, daß ihm, als er 1464 starb, durch Volksbeschluß derEhrentitel einesPater Patriae" zuerkannt ward.

Gleichwohl darf sich das vom strahlenden Licht, das die medi-ceische Zeit verklärt, entzückte Auge nicht blenden lassen unddie düsteren Schatten nicht übersehen, die ihr ewig anhaftenwerden. Mit erbarmungsloser Härte wütete Cosimo nach seinerRückkehr aus der Verbannung wider seine politischen Gegner.Zwar war er sparsam im Blutvergießen, aber er wandte Mittelan, die alle ihm mißliebigen Personen nicht weniger sicher zu-grunde richteten. Achtzig angesehene Bürger mußten ihre Vater-stadt für immer verlassen 12 . Selbst das Kind im Mutterschoßeund in der Wiege ward nicht verschont, sogar eine verrückte Franward vom Ausweisungsbefehle betroffen 13 . Verdächtige Reden,von bezahlten Spähern hinterbracht und entstellt, genügten, ihrenUrhebern die Verbannung zuzuziehen. Die ungerechteste unterallen von Cosimo verhängten Verbannungen war die Palla Strozzis,eines ob seiner reichen Verdienste um.das Vaterland wie um diePflege der Wissenschaften allgemein hochverehrten zweiund-siebzigjährigen Greises, der zunächst auf zehn Jahre nach Padua