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1 (1924) Das Leben
Entstehung
Seite
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DIE ANFÄNGE DER MEDICI 45

Wollschläger, kam es 1378 zur zeitweiligen Bezwingung der großenZünfte durch die kleinen, die sich rühmten, dasheiligeVolk", dasVolk Gottes" zu sein. Schon bei diesem Auf-stande hatten die Medici ihre Hand im Spiele gehabt. Obschonselbst den Großzünften angehörig, hatten sie, von der Feindschaftihrer Nebenbuhler bedroht, zu den Kleinbürgern gehalten und sobei der großen Volksmenge eine Beliebtheit erworben, die es denGroßen, die die Gewalt nach dem schließlichen Mißlingen des Auf-standes doch wieder an sich gebracht hatten, um so weniger an-gezeigt erscheinen ließ, wider die Medici vorzugehen, je vorsich-tiger sich diese im Hintergrunde versteckten, sorgsam auf Berei-cherung ihres Hauses bedacht und unablässig bestrebt, im niederenVolke die Überzeugung von ihrer aufrichtigen Freundschaft zuihm zu nähren. Nach dem Tode seines Vaters Johann, 1429, andie Spitze seines Hauses getreten, verwandte Cosimo Medici diefürstlichen Geldmittel, über die er verfügte, in schlau berechneterWeise dazu, zahllose kleinere Leute durch Geldgeschenke undDarlehen an sich zu fesseln und hierdurch seinen Einfluß bei denÄmterwahlen in bedrohlichem Maße zu steigern, weshalb es dieAlbizzi durchsetzten, daß er durch Volksbeschluß samt seinemBruder Lorenz in die Verbannung geschickt ward (1433). Aberdie Albizzi vermochten es nicht zu verhindern, daß er schon imfolgenden Jahre zurückberufen wurde. Wie ein Triumphatorkehrte er 1434 heim. Nun hatte er für immer gewonnenes Spiel.Niemals zuvor hatte ein florentinischer Bürger eine solche Gewaltin Händen, wie sie ihm zu Gebote stand. Zwar war er viel zu klug,die vom Volk eifersüchtig gehüteten demokratischen Regierungs-formen anzutasten. Er warf sich nicht offen zum Tyrannen aufund ließ scheinbar alles beim alten. Er liebte es, nach wie vorden schlichten Bürger zu spielen und sich in Benehmen und Klei-dung nach der allgemeinen Gepflogenheit zu richten. Tatsächlichruhte jedoch die gesamte Regierungsgewalt bei ihm, und mitArgusaugen wachte er darüber, daß sie ihm nicht mehr entglitt.Er trat nicht selbst in den Vordergrund, aber er regierte durchseine Vertrauten und Anhänger. Vorzüglich verstand er es, dasVolk in der Vorstellung zu wiegen, als herrsche es immer nochunbeschränkt selbst; überdies war die großzügige Art, mit der ervon seinen reichen Geldmitteln Gebrauch machte, ganz geeignet,ihm die weitesten Sympathien zu sichern. Er ließ Geld unter die