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1 (1924) Das Leben
Entstehung
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44 FLORENZ BEI ANKUNFT SAVONAROLAS

simos noch erheblich vermehrte. Wieder waren es die Bezie-hungen zum Heiligen Stuhle, die reichsten Gewinn abwarfen. DiePäpste bedienten sich der Medici als ihrer Bankhalter, deren Zweig-geschäfte überall Einlagen auf Bechnung des Heiligen Stuh-les entgegennahmen, was natürlich dem Ansehen der Medici inden Ländern der Christenheit außerordentlich zustatten kam. Aberauch mit anderen Höfen standen die Medici in engster Verbin-dung. Sie besaßen eine Niederlassung in London, sie hatten Häuserin Antwerpen und Brügge. Ganz besonders lebhafte Beziehungenunterhielten sie mittels ihrer Bank zu Lyon mit Frankreich. Lud-wig XI. war ihnen so sehr gewogen, 8aß er ihnen gestattete, dasZeichen ihres Hauses, die Kugeln (palle), mit dem Lilienwappender französischen Könige zu verbinden 8 . So stellten die Medicidas im kleinen dar, was die florentinischen Wechsler und Händlerim großen bedeuteten. Um Geld und Geschäfte und Handel drehtesich wie für die Florentiner im allgemeinen, so für die Medici imbesonderen alles. Das Geldgeschäft der Medici umfaßte die ganzedamals bekannte Welt. Auf fast allen bedeutenden Handelsplätzenzogen sie Wechsel, überallhin pflogen sie regen Verkehr 9 .

Im reichen Florenz die reichsten Bürger geworden, fordertendie Medici in der seit Jahrhunderten von den wildesten Partei-fehden zerrissenen Stadt den Argwohn der herrschenden Ge-schlechter heraus, an deren Spitze die mächtige Familie Albizzistand. Ursprünglich eine der Beichsgewalt unterworfene Stadt,hatte Florenz das kaiserliche Joch abgeworfen und sich der wei-fischen Partei angeschlossen. Wie die kaiserliche, so ward dieMacht des Adels gebrochen. Hatte sich das Volk bisher in die zweigroßen Klassen der ritterlichen Großen und der bürgerlichen Ge-werbsleute, in Grandi und Popolani, geteilt, so offenbarte sichder kaufmännisch-gewerbliche Zug der Bevölkerung mit den so-genanntenOrdnungen der Gerechtigkeit",OrdinamentaJustitiae 10 " vom 18. Januar 1293 aufs deutlichste in derscharfen Scheidung zwischen Groß- und Kleinbürgern, popolograsso und popolo minuto, größeren und kleineren Zünften,arti maggiori und minori. Wie die Großbürger und Groß-zünfte die Vorteile des Großbetriebes, so verkörperten die Klein-bürger und Kleinzünfte die Forderungen des Kleingewerbes; undda beide nur allzu oft weit auseinandergingen, so waren unauf-hörliche Zwistigkeiten unvermeidlich. Im Aufstande der Ciompi,