DER FLORENTINISCHE HANDEL 43
im Osten nach Athen, Korinth und Saloniki, nach Kreta, Zypernund Rhodus, nach Alexandria, Kairo und Damiette, ganz beson-ders nach Konstantinopel. Von hier drangen die florentinischenKaufleute weiter und weiter vor nach Persien und Armenien, nachden Gestaden des Schwarzen und Asowschen Meeres und von dasogar bis nach China. Pegolotti, der Verfasser der ersten bedeu-tenden Handelsschrift, der 1340 verfaßten, ein Jahrhundert spätervon Johann von Uzzano fortgesetzten „Pratica della mercatura",. wies seine florentinischen Landsleute auf das große chinesischeHandelsgebiet hin. Mit dem florentinischen Kaufmann stürmteder Glaubensbote voran, keiner Beschwerden und Gefahren ach-tend; der Florentiner Marignolli wirkte 1342—1346 als Missionärin Peking 6 . Da der florentinische Handel so weitentlegene Länderumspannte, also auf den Schiffsverkehr durchaus angewiesen war,so war das Bestreben der Stadt, einen Seehafen an der tyrrheni-schen Küste an sich zu reißen, sehr begreiflich. Freilich währte esihrer Ungeduld allzu lange, bis dies heiß ersehnte Ziel endlich er-reicht war, denn erst 1406 fiel das unglückliche Pisa, 1421 Livornoin ihre Hände. So beherrschte der florentinische Handel die Welt.So weit aber ihr Handel reichte, so weit erstreckte sich auch derKultureinfluß der Arnostadt, die man mit Fug als das Herz derabendländischen Kultur bezeichnen durfte. Hand in Hand mitdem florentinischen Handel nahm das florentinische Bankwesenden großartigsten Aufschwung. Die Florentiner waren die Bank-herren der Fürsten und Könige und besonders auch der Päpsteund verstanden es, geschäftsgewandt und von zarten Bedenkenkeineswegs angekränkelt, ungeheure Gewinne einzuheimsen, denenfreilich zuweilen auch furchtbare Verluste gegenüberstanden 7 . Zuden bekanntesten und reichsten florentinischen Bankhäusern zähl-ten die Acciaiuoli, Bardi, Peruzzi, Spini, Francesi, Alberti, Strozziund Pazzi; doch sahen sie sich schließlich alle von den Mediciweit überholt. Die Medici verdankten ihr gewaltiges Vermögenganz besonders ihren Verbindungen mit dem Heiligen Stuhle.Johann Medici, der Bankier Johann XXIIL, hatte auf dem Kon-stanzer Konzil (1414—1418) glänzende Geschäfte gemacht. Alser 1429 starb, hinterließ er seinen beiden Söhnen Cosimo und Lo-renzo das bei dem damaligen Geldwerte riesige Handelsvermögenvon lYs Millionen Mark, das sich in den nächsten Jahrzehntenunter der ebenso klugen wie glücklichen Geschäftsführung Co-