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DER EINTRITT INS KLOSTER
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geistige Sinn berücksichtigt und im Anschlüsse daran eigeneUntersuchungen, quaestiones, über die kirchlichen Glaubens- undSittenlehren angestellt wurden.' Die wörtliche, flüchtige Lesung derBibel hieß lectio cursoria oder lectio bibliae biblica, dermit ihr beauftragte Lehrer cursor biblicus. Der Haupt-lesemeister lehrte auf einem erhöhten Lehrstuhl, zu dessenSeiten sich kleinere Kanzeln für die Gehilfen, baccalarii,befanden, die unter seiner Leitung und Aufsicht wirkten; als ma-gister regens war er für den gesamten theologischen Stunden-betrieb der Schule verantwortlich. Allerdings ward ihm der Rangmit der Zeit vom sententiarius um so mehr streitig gemacht, jemehr die systematisch-dialektische Behandlung der Glaubens-wahrheiten die biblische Wissenschaft ebenso in den Hintergrundzu schieben drohte, wie sie die patristische, die noch im 11. und12. Jahrhunderte eifrig gepflegt worden war, bereits verdrängthatte 72 , und die Gefahr verschlimmerte sich, als der Aquinate inden Ordensschulen der Predigerbrüder an Boden gewann und denLombarden wenn nicht vollständig aus dem Felde schlug, so dochimmer weiter hinter sich ließ. Eine derartige Entwicklung bargaber schwere Schäden für den Geist in sich, der im Klosterherrschen sollte. Denn wie einerseits der Lesemeister strengstensverpflichtet war, während des ganzen Schuljahres, das vom29. September bis 24. Juni dauerte, mindestens wöchentlich vier-mal fleißig zu lesen, so waren nicht etwa nur die Studierenden unddie jüngeren Brüder, sondern auch die älteren Priester, selbstder Prior gehalten, der lectio ordinaria anzuwohnen, die allenzur Erbauung und Belehrung zugleich dienen und die geistigeNahrung gewähren sollte, welche die gewöhnlichen Gläubigenaus den Predigten schöpften. So war der Lesemeister der Lehrer,gewissermaßen der geistige Vater des Klosters, der Prediger derPrediger, und bekleidete eine vielbeneidete Stellung. Er bewohnteein eigenes Zimmer und hatte einen Bruder, socius, zu persön-lichen Dienstleistungen; er war vom Chorgebete großenteils be-freit; er nahm seine Mahlzeiten, die überdies besser und reich-licher als die der übrigen Brüder waren, nicht mit diesen im ge-meinsamen Speisesaale, sondern auf seiner Zelle ein; er besaß dieAnwartschaft auf die höchsten Ämter und Würden des Ordens 73 .Durch diese bevorrechtigte Stellung der Meister wurden derKlosterzucht schwere Wunden geschlagen, und da die beständige