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1 (1924) Das Leben
Entstehung
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32 DER EINTRITT INS KLOSTER

hatte, mit dem Treiben der Mönche seiner Umgebung verglich,die immer nur auf Bereicherung ihrer Klöster, auf zahllose Eitel-keiten und den Ruhm hohler Wissenschaft versessen waren undmehr Aristoteles als die Heilige Schrift studierten, trat ihm der weiteAbstand zwischen einst und jetzt lebendig vor Augen 56 . Aus demMunde seiner Mitbrüder vernahm er, wie einst, als sich die Mönchedem alten Gebrauche gemäß in Prozession dem Grabe des hl. Do-minikus nahten und den Vers absangen:Erfülle, Vater, was duversprachst 57 ", die Stimme vom Himmel erscholl:Weder bin icheuer Vater, noch seid ihr meine Söhne 53 ." Aber trotz aller bitterenErfahrung hing er Zeit seines Lebens mit jeder Faser seines Her-zens an seinem Orden, seiner zweiten Mutter 50 . Er pflegte seinenheiligen Stifter mit dem kindlichen KosenamenBabbo mio" anzu-sprechen 60 ; ihm widmete er eine zärtliche Verehrung und eineeigene Lebensbeschreibung 61 . Ein vom Geiste der Armut und Liebebestelltes Kloster erschien ihm wie ein irdisches Paradies, das erdem Besitze der ganzen Welt vorzog 26 . Eine Träne geistigerSüßigkeit im Kloster dünkte ihn seliger als alle irdische Lust 63 .Von ganzem Herzen pflichtete er dem bekannten Klosterspruchebei, daß der fromme Ordensmannreiner lebt, seltener fällt, vomFalle rascher ersteht, behutsamer wandelt, sicherer ruht, häufigerbegnadet wird, ruhiger stirbt, dem Fegfeuer bälder entrinnt undreicheren Lohn im Himmel erntet" als das Weltkind 64 .

Die Liebe zu zwei Dingen", so erklärte er selbst 65 ,war es be-sonders, was mich mit dreiundzwanzig Jahren zum Eintritte in denOrden bewog, die Liebe zur Freiheit und die Liebe zur Ruhe. AusLiebe zur Freiheit verschmähte ich die Ehe, aus Liebe zur Ruhefloh ich aus der Welt und lief in den sicheren Hafen des Ordensein. Hier fand ich die Freiheit und tat, was ich wollte, indem, tr ^ »~ j ich nichts wollte noch begehrte, als was mir von meinen Oberen1^ >**' befohlen wurde. Um meiner Ruhe willen wäre ich am liebstennicht Priester geworden. Aber im Gehorsame, in dem ich meineFreiheit und Ruhe zu finden glaubte, ward ich ins Priestertumgeführt." Aus Furcht, vom Regen des Aristotelismus in der Weltin die Traufe des Aristotelismus im Kloster zu geraten, hatte erden Vorsatz gefaßt, als Laienbruder in den Orden einzutreten undlieber den Garten zu pflegen oder Kleider zu flicken, als sich nochferner mit unnützen Studien abzugeben 66 . An all das hatte erbei der Einkleidung jedoch nicht mehr gedacht 67 . Dem Ergebnis