3 o DER EINTRITT INS KLOSTER
vanten; mitunter schritten sie sogar mit Gewalt gegen die Kon-ventualen ein. So wollte 1497 der König von Spanien die Kon-ventualen zwingen, sich der Observanz anzuschließen, worauftausend Brüder nach Afrika auswanderten, um zu den Maurenüberzutreten, darunter 120 Meister der Theologie 43 . Mitunter kames bei Einführung der Observanz zu Schlägen und körperlichenMißhandlungen 44 . In Deutschland liefen mit der Reform unzu-friedene Brüder davon und trieben sich in Konventualenklösternumher 45 . Dominikus von Capranica aus dem Kloster zu Neapelverwundete in Gegenwart von Laien den Generalvikar der Kon-gregation von Neapel mit dem Schwerte und wollte den Priordes Klosters blenden und ihm die Nase abschneiden 46 . Allerdingsblieb die Observanz, wie schon bemerkt, oft genug auf halbemWege stehen. Sogar das Generalkapitel zu Perugia 1478 gestatteteim selben Atemzuge, in dem es die Reform empfahl, an Orten, woes an Fischen und Milcherzeugnissen fehle, außerhalb des Speise-saales Fleisch zu essen 47 ; die deutschen Observanten ließen sichmit der Befugnis ausrüsten, dreimal wöchentlich Fleisch zu ge-nießen 48 . Da jedoch die Observanz, ernstlich gehandhabt, wenig-stens mit den gröbsten Mißständen aufräumte und durch das per-sönliche Gewicht frommer Ordensmänner empfohlen wurde, somehrten sich die Observantenklöster, besonders in Italien, derart,daß sich der Ordensmeister Bartholomäus Texier (1426—1449)veranlaßt sah, sie in mehrere Bezirke oder Provinzen mit eigenen,vom Ordensmeister ernannten und abhängigen Generalvikaren ein-zuteilen, die sizilianische, die neapolitanische und die römisch-toskanische, während die Lombarden im Jahre 1459 eine förm-liche Kongregation mit einem von ihnen selbst erwählten undvom Ordensmeister zwar bestätigten, im übrigen aber selbständi-gen Generalvikar bildeten 49 . So standen die lombardischen Ob-servanten wie um ihrer Zahl, so um ihrer wissenschaftlichenTüchtigkeit willen überall in größtem Ansehen; galt es irgendwo inItalien, die Observanz einzuführen, so bezog man die nötigenKräfte gewöhnlich von ihnen. Als Herd der in der lombardischenKongregation gepflegten Observanz aber war das KlosterS. Dominikus zu Bologna gefeiert 50 .
So standen die Dinge, als der Student von Ferrara an die Pfortepochte. Die Novizen unterstanden der Leitung eines Novizen-,meisters, von dem sie ins fromme Leben eingeführt und mit den