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1 (1924) Das Leben
Entstehung
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IL Kapitel.

DER EINTRITT INS KLOSTER UND DIE ERSTENJAHRE DES ORDENSLEBENS.

Als in der Seele des jungen Mediziners der Gedanke heranreifte,sich in ein Kloster zurückzuziehen, stand in ihr auch schon derOrden fest, dem dieses angehören sollte. Zwar hegte er sein Lebenlang eine warme Verehrung für den heiligen Franz 1 , und so lages nahe, sich unter seine Söhne zu reihen. Noch höher aber loderteseine Begeisterung für den heiligen Thomas von Aquin, und siebestimmte ihn, um das Kleid des heiligen Dominikus zu bitten 2 .Wohl gab es in Ferrara selbst ein blühendes Dominikanerkloster,der heiligen Maria von den Engeln geweiht. Um jedoch gegen denAnsturm seiner Eltern und Verwandten gefeit zu sein, mußte erseine Zuflucht auswärts suchen, und so lenkte er, als er sein Vater-haus verließ, seine Schritte nach Bologna. Hier hatte der heiligeDominikus seine Seele ausgehaucht und seine letzte Buhestättegefunden, über der sich eine soeben noch von den berühmtestenMeistern Italiens mit herrlichen Kunstwerken ausgeschmückteKirche erhob, mit einem der gefeiertsten Klöster seines Ordensdaneben, das sich ob seines Eifers für die Beobachtung der Regelwie für die Wissenschaft weitesten Ruhmes erfreute 3 . Hier pochteer an und bat um Aufnahme. Den Ordenssatzungen gemäß* warenin jedem Kloster drei bewährte Väter mit der Aufgabe betraut,solche, die sich zum Eintritte meldeten, auf ihren bisherigen Wan-del sowie auf ihre Kenntnisse hin sorgfältig zu prüfen 5 und dasErgebnis den im Kapitel versammelten Brüdern mitzuteilen; ihnenstand es dann zu, die Aufnahme zu gewähren oder zu versagen.Die Bewerber warfen sich inmitten des Kapitels nieder und gaben,vom Prior nach ihrem Begehren gefragt, zur Antwort:Die Barm-herzigkeit Gottes und eure." Der Prior gebot ihnen aufzustehen,führte ihnen die Strenge des Ordens zu Gemüte und richtete dieweiteren Fragen an sie, ob sie auf ihrem Willen gleichwohl ver-harrten. Auf ihre Erklärung, sie seien alles zu beobachten bereit,