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1 (1924) Das Leben
Entstehung
Seite
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GROSSVATER UND ENKEL

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Eltern und wußte, welch harten Schlag sein Eintritt ins Kloster fürseinen Vater bedeutete, der so große Hoffnungen auf ihn setzte; erwußte nur zu gut, welch' bittere Tränen er seiner Mutter erpreßte.Aber, so hart ihn das Scheiden ankam, es mußte sein. Überzeugt,in der Stimme des Predigers von Faenza den Ruf Gottes vernom-men zu haben, der ihm gebot:Ziehe aus aus deinem Lande, ver-lasse dein Haus und deine Heimat und alles, was dein ist 105 ,glaubte er Gott mehr gehorchen zu müssen als den Menschen undriß sich mit ungeheurem Willensentschluß von allem los, woransein Herz hing. Das Beispiel des jugendlichen Johannes mochteihm vor der Seele schweben 105 , von dem einst der Großvater so rüh-rend geschrieben, daß er sich den Armen seiner Eltern entwundenund in die Einöde geflüchtet habe, um sich auf seinen Beruf vorzu-bereiten. Da er sich die Kraft nicht zutraute, den stürmischen Vor-stellungen und Bitten, auf die er sich gefaßt machen mußte, wenner seine Eltern in sein Vorhaben einweihte, zu widerstehen, so be-schloß er heimliche Flucht. In den nächsten Tagen beging mandas Fest des heiligen Georg, des Schutzpatrons des Domes, an demsich das Volk in mancherlei Lustbarkeiten zu ergehen pflegte 107und ein unbemerktes Entkommen am leichtesten bewerkstelligenließ 108 . Am Abende zuvor klangen die Weisen, dieHieronymus seinerLaute entlockte, besonders schwermütig. Die Mutter erriet mitweiblichem Scharfblicke, was in ihm vorging.Mein Sohn", sprachsie zu ihm,was du heute spielst, ist das Zeichen der Trennung."Er suchte sie lächelnd zu beruhigen; es gelang ihm wohl schlechtgenug. Am anderen Morgen, 24. April 1475, verließ er das väter-liche Haus 109 . In seinem Schreibpulte hinterließ er unter seinen Bü-chern ein GedichtÜber die Verachtung der Wel t 110 ",worin er die trügerischen Freuden dieser Welt besang und denEntschluß kundgab, ihr zu entsagen und Jesu zu folgen, der amKreuze für ihn gestorben sei. In einem anderen, offenbar unmittel-bar vor seiner Flucht verfaßten GedichteNunmehr bin ichindemAlte r 111 ", sagte er allen seinen Lieben, da er sich münd-lich nicht von ihnen verabschieden konnte, schriftlich Lebewohl.Wieder klagte er über die Falschheit und Lasterhaftigkeit der Weltund gab den Entschluß kund, seine Jahre mit Psalmengebet undLautensang zuzubringen, schlimmen Wandel zu fliehen und Jung-fräulichkeit zu beobachten.Mein Vater," rief er aus,mein Liebist Jesus, meine Süßigkeit; meine Mutter und meine Rast die Jung-

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