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1 (1924) Das Leben
Entstehung
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MICHAEL SAVONAROLA ÜBER DAS ORDENSLEBEN 5

sollten, wenn ihre Kinder ins Kloster gehen".Wohl wissend, daß er einst dem Volke werde predigen müssen,habe Johannes mit der Buße bei sich selbst angefangen, denndem Prediger zieme es, sein Leben in EinklangmitseinerPredigtzu setzen, sonst finde er beim Volkenur wenig Anklang und mache sich nur lächerlich. An Johannes,der sich anfangs weigerte, Jesum zu taufen, sollten sich die Prie-ster ein Beispiel nehmen, bei Spendung der heiligen Sakramenteder Würde der heüigen Handlung eingedenk zu sein und sie nicht,wie sie es gewohnt seien, im Schmutze schwerer Sünden und La-ster vorzunehmen. Die Ordensleute aber sollten sich viel gewissen-hafter an ihre Regeln halten und bedenken, daß in Dingen,die von Gott eingesetzt sind, Päpste und derenVertreternichts Gegenteiligesverordnenkön-n e n".D i e s s a g e i c h ", fügte er bei,fürviele, diesichmit gewissen lockeren Ordenssatzungen ent-schuldigen, mit denen sie ganz einverstandensind, nicht aber mit den strenge n 24 ." In der SchriftÜber die Heilung eines durch körperlicheKrankheit verursachten Seelenleidens 25 emp-fahl er als wirksames Heilmittel geduldige Ergebung in Gottesheiligen Willen und Betrachtung des Leidens Christi. In demWerkchenÜberdieBuß e 28 " verbreitete er sich an der Handder Beichtregeln des Franziskaners Jakob von der Mark (f 1476)über die Wichtigkeit einer guten Beicht und über die Art undWeise, eine solche abzulegen. In seinemBeichtbuch e 27 "endlich, das er 1461 den Mönchen der Certosa bei Ferrara wid-mete 28 , gab er eine Anleitung zu den Betrachtungen, die der Sün-der vor der Beicht anzustellen habe, zur Gewissenserforschung,zum Sündenbekenntnisse der Büßer im allgemeinen und zu demder Priester, das meistens nicht sei, wie es sein sollte, im beson-deren. Das Beichtbuch war wohl seine letzte Schrift. Er starbhochbetagt um 1468 29 und wurde in der Kirche St. Maria in Vadozu Ferrara beigesetzt; als diese abgetragen wurde, wurden seineGebeine in die Kirche St. Georg übertragen.

Michael Savonarola war, soweit wir ihn aus seinen Schriftenbeurteilen können, sichex kein großer:. Geist. Er zählte nicht zuden Bahnbrechern der medizinischen Wissenschaft. Er trottetegleich seinen zeitgenössischen Fachgenossen getreulich in den Fuß-