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1 (1924) Das Leben
Entstehung
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GROSSVATER UND ENKEL

Gunstbezeigungen glaubte es der neue Ritter nicht unterlassen zudürfen, seinen herzoglichen Wohltäter eindringlich auf die ern-sten Pflichten aufmerksam zu machen, die ihm sein Herrscher-beruf auferlegte. Im BüchleinVom glücklichen Fort-schritte des erlauchten Bors o 10 " hielt er ihm eine ArtFürstenspiegel vor Augen und legte ihm gewissenhafte Sorge fürstrenge Rechtspflege ans Herz. Dem mutmaßlichen Thronfolger,dem unglücklichen Nikolaus, dem Sohne'Lionellos, führte er in derSchriftVom wahren Staatswesen und würdigenweltlichen Kriegsdienst e 20 " die Pflichten eines gutenHerrschers eindringlich zu Gemüte. Er warnte ihn vor der Leiden-schaft der Jagd, der sein Vater so sehr gehuldigt hatte und auchsein Oheim Borso ergeben war, mahnte ihn, in der Auswahlseiner Ratgeber und Höflinge, in der es Borso allzusehr fehlenließ, möglichst behutsam zu sein, riet ihm eifrige Pflege der Wis-senschaften an, in denen Borso Laie war, empfahl ihm die Sacheder Armen, Witwen und Waisen und schärfte ihm besondersangelegentliche Sorge für die Ehrbarkeit desgeistlichen Standes ein. In der SchriftVon derHochzeit desSchnabelwetzers mit der Mund-sperr e 21 " beklagte er es aufs schmerzlichste, daß an seichteWindbeutel und Schwätzer nicht nur williges Gehör, sondern auchkostbare Gewänder, Pferde, hohe Geldsummen und liegende Güterverschwendet werden, wodurch der Beliebtheit des Fürsten keingeringer Abbruch geschehe. Der Herzog nahm ihm seine frei-mütige Aussprache nicht übel, sondern verlieh ihm,dem Arztesüßer als Honig",dem Borne der medizinischen Wissenschaft",ein Lehen, dessen Ertrag auf 4000 Dukaten veranschlagt wurde 22 .Und wie den Fürsten, so redete Meister Michael den Welt- undOrdensgeistlichen wie den Gläubigen ins Gewissen. Im köstlichenBüchleinVom Preise Johannes des Täufer s 23 ", das,unter Benützung der goldenen Legende des Jakob de Voragineverfaßt, von seinem einfältigen Kindesglauben ein rührendes Zeug-nis ablegt, schilderte er mit lebhaften Farben die Gewissenhaftig-keit, mit der sich der kleine Johannes auf seinen erhabenen Berufvorbereitet habe. Schon mit sieben Jahren sei er aus dem Vater-hause geschieden. Die Eltern seien darüber anfangs zwar sehrbetrübt gewesen, freuten sich dann aber als gottesfürchtige Leuteüber den Entschluß ihres Sohnes,w ie es alle Eltern tun