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1 (1924) Das Leben
Entstehung
Seite
VI
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VI VORWORT

Was man nun an vorliegendem Werke auch immer aussetzenmag den Vorwurf unbesonnener Übereilung wird man ihm amwenigsten machen können. Seitdem der Verfasser zuerst i. J. 1898und dann 1900 in einer Folge von Aufsätzen derHistorisch-poli-tischen Blätter" (B. CXXI und CXXV) zur Savonarolafrage Stel-lung nahm, blieb ihr seine Aufmerksamkeit unablässig zugewandt,und wenn er sich auch, durch anderweitige Obliegenheiten inAnspruch genommen, nicht ausschließlich mit ihr beschäftigenkonnte, so kam er doch immer wieder auf sie zurück. Zeugedessen sind, von verschiedenen Aufsätzen in wissenschaftlichenZeitschriften abgesehen, nicht nur die drei Bändchen:Quellenund Forschungen zur Geschichte Savonarolas": I.BartolomeoRedditi und Tommaso Ginori", 1902; ILSavonarola und dieFeuerprobe", 1904; III.Barlolomeo Cerretani", 1904; München,J. J. Lentnersche Buchhandlung (E. Stahl jr.), sondern auch seinespäteren Schriften:Savonarola nach den Aufzeichnungen desFlorentiners Piero Parenti" (Leipzig, Duncker & Humblot, 1910);Savonarolas Erzieher und Savonarola als Erzieher" ( Protest.Schriftenvertrieb, Berlin-Schöneberg, 1913);Savonarola imStreite mit seinem Orden und mit seinem Kloster" (J. F. Leh-manns Verlag, München, 1914). Lediglich von der Rücksicht aufdie geschichtliche Wahrheit und Gerechtigkeit geleitet und aufkeine Parteirichtung eingeschworen, niemanden zu Liebe und nie-manden zu Leide schreibend, war der Verfasser zu jeder Zeitseiner nunmehr 25jährigen Savonarolastudien bereit, seine ur-sprünglich vorgetragene Auffassung zugunsten einer etwa quellen-mäßig begründeteren zu berichtigen; zu seiner Genugtuung hatteer hierzu keinen Anlaß, wie er auch mit den von der landläufigenAnschauung vielfach abweichenden Ergebnissen seiner Forschun-gen auf keinen Widerspruch stieß. Bei wiederholtem längeremAufenthalte in Florenz suchte er sich mit den wichtigsten hand-schriftlichen Quellen und gleichzeitigen Drucken vertraut zumachen. Dankenswerte Ausbeute gewährten auch die Bibliothekenund Archive von Ferrara, Modena und Venedig, namentlich aber dasStaatsarchiv von Mailand, das eine stattliche Anzahl bisher nochunveröffentlichter und unbenutzter Gesandtschaftsberichte bei-steuerte. Auf diesen Nachrichten, auf den ergiebigen und gedie-genen Aufzeichnungen des biederen P. Parenti, auf den sonstigenzeitgenössischen Tagebüchern, Chroniken und Biographien, auf