Druckschrift 
1 (1924) Das Leben
Entstehung
Seite
VII
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VORWORT VII

den schon von P. Vinzenz Marchese, 0. Pr., Cappelli, Villari,Gherardi und anderen veröffentlichten amtlichen Schriftstückenund Urkunden, wie ganz besonders auf den Predigten und Schrif-ten Savonarolas selbst beruht die gegenwärtige Darstellung, dergegenüber die beliebte Berufung auf einseitige Bevorzugung derPiagnonenberichte nicht mehr verfangen wird. Ohne Zweifelbergen die unerschöpflichen Schächte der italienischen Samm-lungen noch manche ungehobenen Schätze. Ohne Zweifel werdenneue Funde manche Einzelheiten im Leben und Wirken desFrate noch mehr aufzuklären, manche noch unbekannten Be-ziehungen bloßzulegen vermögen. Die Hauptzüge des durch diebisherige Forschung gewonnenen Savonarolabildes werden siejedoch, dies darf man getrost behaupten, nicht mehr verwischenkönnen. Der Verfasser war stets sorgsam bemüht, seine An-gaben Schritt für Schritt durch die nötigen Quellenbelege zuunterbauen; der breite Raum, welcher der Zusammenstellung die-ser Belege wie der erforderlichen literarischen Nachweise undAnmerkungen am Ende des zweiten Bandes gewidmet ist, soll diefeste Grundlage bilden, auf welcher sich das Gebäude erhebt. Inder Schreibung der italienischen Vornamen folgte der Verfasserdem Winke F. X. Funks in seiner Besprechung des dritten Bandesder Papstgeschichte von Pastor (Lit. Rundschau, XXII (1896),289 ff.):Wenn wir einmal sehr viele Namen deutsch geben, Inamentlich alle Papstnamen, so wird es angezeigt sein, es bei denübrigen so viel als möglich ebenso zu halten. Eine Ausnahmemag etwa bei den Künstlern und einigen anderen Personen ein-treten, bei welchen der italienische Name gewissermaßen allge-meines Bürgerrecht erlangt hat."

Dieses Werk hätte nicht erscheinen können und alle darauf ver-wendete langjährige Mühe und Arbeit wäre vergeblich gewesen,hätte der Verfasser nicht das Glück gehabt, in Ernst Reinhardteinen wagemutigen, ein- und umsichtigen Verleger zu finden, deres nicht nur unter Dach und Fach brachte, sondern noch über-dies durch reichen Bilderschmuck aufs vornehmste ausstattete.Für beides kann ihm der Verfasser nicht heiß genug danken.

München, 2. Juli 1923.

J. Schnitzer.