Histor. Handschriften in Quarto Nr. 10. 7
S. 400 — 412, doch unter absichtlicher Weglassung eines kleinen Ab-schnittes am Schluss, welcher in unserer Handschrift (Bl. 138') ein-geleitet ist durch die Worte: Infrascripta sunt loca, que ego visitaviin Constantinopoli.
III. Bl. 139—149. Legenda pulcherrima beati et preciosi martiris Ab-
bani (sive potius Albani).
Moriz Haupt hat diese Legende in den Monatsberichten derBerliner Akademie 1860 p. 243—255 zuerst ediert nach einer vati-kanischen Handschrift, von welcher schon Greith in seinem Spicilegiumvaticanum S. 159 f. Nachricht gegeben hatte. Den Helden der Le-gende nennt Greith nach älteren Vorgängen Albinus, in der vatika-nischen Handschrift (und in der des Arsenals) steht das richtigeAlbanus; in unserem Kodex erscheint der ziveite Buchstabe des Na-mens eher als b denn als l; schon auf dem Titel und am Schlussder Legende ist zweimal deutlich Abbanus zu lesen. Über weitereHandschriften vergl. Reinh. Köhler in der Germania Jahrg. 14 (1869)S. 300 ff., wo auch Varianten zu Haupts Ausgabe zu finden sind.
Dass diesen Kodex früher Graf Heinrich von Württemberg,Herzog Viridis Vater, besessen, zeigt folgender eigenhändige Eintragdesselben auf Bl. 153': Iste über est mcij Hainrici, rosarii olim,comitis in Wirtemberg et in Montepelligardo, cujus miseriatur (sie)omnipotens Deus, desgleichen der unter demselben befindliche, aufBl. 4 in Farben wiederkehrende Rosenkranz mit Kreuz in der Mitteund den Buchstaben M. T. R. EL, 'welche letztere durch die Worteauf Bl. 1 unten: Marie gantz Hainrich rosen .... ihre Deutung= Maria', totus rosarius Henricus leicht finden. Heinrich scheintnämlich einer Rosenkranz-Brüderschaft angehört zu haben. Die dreivorne und die fünf hinten eingefügten leeren Blätter sowie die beidenInnenseiten der Deckel benützte Heinrich zum Beischreiben verschie-dener Notizen, wovon L. Fr. Ileyd in den Studien der evang. Geist-lichkeit Württembergs Bd. 4 II. 2 S. 181 — 184 Proben gegeben hat.Diese Notizen beginnen mit Erklärungen fremder, meist aus demLateinischen stammender Wörter; darauf folgen allerlei Sentenzenaus dem Gebiet der Lebensweisheit; dann: von edelen Gestainen,Namen der Krater zu lattin und deutsch (alphabetisch), eine Auf-zählung von Gartenpflanzen, endlich eine, wie es scheint, dem Gil-berius Anglicus entnommene Beschreibung der Wirkungen, welchePflanzen und andere Naturobjekte auf Menschen und Tiere ausüben.Den Schluss bilden Aufzeichnungen persönlicher Art.