Druckschrift 
Siedlungsarten in den Hochalpen
Entstehung
Seite
36
Einzelbild herunterladen
 

434 Ferdinand Löwl, [3(5

des linken Ufers liegt, mündet im S. das Mastaunthälchen über einer250 m hohen Stufe, von welcher die Staffel-Siedelung Mastaun herab-schaut.

Von Unserfrau bis Pifrail, wo der Schnalser Bach in die Kart-hauser Schlucht eintritt, wälzten sich aus den kurzen Gräben undTobein des südlichen Geländes breite Muhrkegel in den Thalgrundherab, während der Fnss der nördlichen Berglehne nur von steinigenHalden bedeckt wurde. Die Ansiedelungen der Bruckhof, die beidenReindlhöfe und die Rotte Pifrail bleiben daher auf das rechte Ufer be-schränkt. Die Halden des linken Gehänges haben nur 14 Bewohneraufzuweisen. Dafür ist aber die Lehne selbst, dank ihrer günstigen süd-lichen Auslage, mit zahlreichen Berghöfen besetzt, welche durchwegan glaciale Rundhöcker gebunden sind. Der Schattenseite des Thaiesgehört nur eine Niederlassung an: der Bedaierhof, eine Staffel-Siede-lung, die bei Pifrail, auf der Ausgangsstufe des Penauder Thaies liegt.

Unterhalb Pifrail hat der Schnalser Bach einen alten, in derHöhe von 13001200 m gelegenen Thalboden entzweigeschnitten,von dem nur drei scharf ausgeprägte Felsleisten erhalten blieben. Dieerste trägt das aus der Karthause Allerengelsberg hervorgegangeneDorf Karthaus, die zweite St. Katharina und die dritte den grossenSaxalper Hof.

Die Klamm, welche 150200m tief in den Karthauser Bodeneinschneidet, ist so eng und unentwickelt, dass man von Pifrail biszur Mündung des Schnalser Thaies neben den drei genannten Leisten-Siedelungen fast nur Hang-Siedelungen antrifft. Das linke, gegenSW. abfallende Gelände, also die Sonnenseite, ist geradezu übersäetmit den zu St. Katharina und Natturns gehörenden Berghöfen. Inder Tiefe der Schlucht fanden nur an zwei Stellen unterhalb derMündung des Pfossenthales und in der kleinen Thalweitung von Ratteis einige Halden- und Schuttkegel-Siedelungen Raum.

Schnals zerfällt demnach in 3 scharf getrennte Abschnitte. Dieoberste Staffel besitzt nur Rundhöcker-Siedelungen; in Mittelschnals,von Spechtenhaus bis Pifrail, treten neben Halden-, Schuttkegel-,Becken- und Boden-Siedelungen bereits einige Hang-Siedelungen auf;Unterschnals endlich wird durch das Vorherrschen der Hang- undLeisten-Siedelungen gekennzeichnet.

Ob. Schnals

Mittl. Schnals

Unt. Schnals

Halden-Siedelun_

gen

°/o

11 >

8°/o

Schuttkegel-Siedelungen - ,,

37

8

Becken-

V

~ 11

6

ii

Boden-

11

11

17 .,

' 11

Leisten-

11

11

ii

30

Staffel-

11

. 11

11 ..

11

Hang-

11

~ 11

13

53 .,

Rundhöcker-

11

100,,

5

1

Um ein richtiges Bild von den Siedelungsverhältnissen des ganzenSchnalser Thaies zu erhalten, müssen wir auch die Verzweigungendesselben in Rechnung ziehen. Von diesen sind allerdings nur 2 be-