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Die Verbreitung und die Herkunft der Deutschen in Schlesien
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791 Die Verbreitung und die Herkunft der Deutschen in Schlesien. 235

mancherlei Gefässe für die Milchwirtschaft; zuweilen auch ein Tisch,und regelmässig nahe der Stuhenthür die Brotalmer, d. i. der grossebemalte und früher geschnitzte Brotschrank.

Aus dem „Hause" führt eine Thür in der vorderen Hälfte des-selben in die Stube. Ob rechts oder links hängt von der Stellung desganzen Gebäudes zur Dorfstrasse oder dem sonst bestimmenden Gegen-stande ab. Der Stubenthür gegenüber liegt in der Regel die innereThür zum Pferdestall.

In älterer Zeit ging die Stube durch die ganze Breite des Hausesdurch. War dieselbe bedeutend, wie in den Kretschams oder Schenken,so ruhte der Zwischenbalken (die Rispe) auf einem mächtigen Trag-pfosten, der sogenannten Säule. Licht empfängt die Stube durch nichthohe Fenster in jeder Wand, die nach aussen grenzt.

Gewöhnlich liegt aber hinter der Stube nach dem Baumgartenhinaus ein kleinerer Wohnraum, das Stübel. Zuweilen ist dieser Raumin zwei Teile zerlegt, das-Stübel und die Küche. Thüren verbindenStube mit Stübel, Stübel mit Küche, Küche mit Haus.

Die Einrichtung der Stube entspricht der sonst im Gebiet desfränkischen Hauses üblichen. An den beiden (oder unter Umständenden drei) Fensterseiten zieht sich die gewöhnlich rotbraun angestricheneWandbank entlang und vor dem Winkel, den sie macht, steht dergrosse Esstisch, an dessen zwei bankfreieh Seiten einige Schemel undzuweilen eine kleine, mit Lehne versehene Bank, die Lehnbank, stehn.In katholischen Dörfern sind in der Höhe der Ecke ein Kruzifix oderHeiligenbilder angebracht. Die Ecke heisst auch der Brautwinkel, weilbei Hochzeiten, die im Hause gefeiert werden, das Brautpaar hier seinenEhrenplatz hat.

Dem Tischwinkel schräg gegenüber liegt der Ofenwinkel, in demsich der mächtige Kachelofen in zwei Absätzen erhebt, auf zwei Seitenvon der Ofenbank umzogen und in der Höhe nahe der Decke vonStangen zum Wäschetrocknen umgeben. Auf den Oefen alter Artwar oben eine warme Sitz- oder Liegerstatt, zu der man auf einigenhohen Stufen hinaufstieg. Zwischen Ofen und Wand liegt der kleineRaum, der (wie sonst in Deutschland) die Helle heisst.

Am Ofen war früher, ehe die Petroleumlampen auch den Dorf-leuten eine bessere und billige Beleuchtung brachten, eine Vorrichtungzum Einstecken der Schleussen, d. i. der langen Kien- oder Buchen-späne, deren Brand das einzige spärliche Licht gab.

Neben der Stubenthür steht auf einem aus der Wand heraus-tretenden Brett das irdene Hand- oder Waschbecken, mit einem Hand-tuch darüber.

Auf der anderen Thürseite hängt das Topfbrett, ein offenerSchrank, in dem in mehreren Reihen übereinander das nötigste Koch-geschirr aufgestellt ist.

In der Nähe des Ofens, gewöhnlich zwischen ihm und der Stübel-thür, steht das Seigerhaus, das Gehäuse des Seigers, d. i. der grossenWanduhr.

Unter der Stubendecke läuft der sogenannte Rechen um die Wände,ein hölzerner breiter Rand mit kleinem Geländer, auf dem das bessere