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nischen Franken vorkommt und über das mitteldeutsche Kolonisations-gebiet sich verbreitet hat. Er kommt namentlich vor im sächsischenErzgebirge, in der Oberlausitz, in Schlesien (besonders im westlichen)und erscheint auch im imgrischen Berglande und in Siebenbürgen (hierals Wengelt).
Ueber einige niederdeutsche Namen haben wir früher (S. 211. 212[55. 56]) gehandelt.
Von Volksnamen sind in Schlesien von älterer Zeit her alsFamiliennamen nachzuweisen
Beier (Baier Beyer), Böhme Böhm, Döring Düring, Franke, Friese,
Hesse, Meissner, Pohl, Preuss, Schwabe, Unger, Wende,woraus sich einiges entnehmen lässt. Ui 1 '-
Zu der Herkunftsfrage der deutschen Einwanderer in Schlesienkönnen nun auch die Schutzpatrone der von ihnen in jedem Dorfe,das sie gründeten, erbauten Kirchen etwas beitragen, denn sehr natür-lich nahmen sie die Heiligen der alten Heimat mit hinüber in die neue.
Wenn wir an der Hand von Herrn. Neulings nützlichem Buche„Schlesiens ältere Kirchen und kirchliche Stiftungen. Breslau 1884"die Patrone der alten Kirchen aufsuchen, so erscheinen, abgesehen vonAllerheiligen, Dreifaltigkeit, dem h. Kreuz, abgesehen von der JungfrauMaria und der Landeschutzheiligen Hedwig, am häufigsten Andreas,Anna, Barbara, Catharina, Georg, Jacobus, Johannes der Täufer, Lau-rentius, Martinus, Michael, Nicolaus und Petrus Paulus.
In den Kolonistendörfern waren Andreas, Barbara, Catharina,Johannes der Täufer, Laurentius, Martinus, Nicolaus, Peter Paul beson-ders beliebt. Das Patrocinium Johannis kann aus Rücksicht auf denPatron des bischöflichen Sprengeis der neuen Heimat gewählt sein.Laurentius war Patron des Merseburger, Petrus und Paulus des Naum-burger Bistums: es ergibt sich hierin also eine Erinnerung an diethüringischen Marken, aus denen nach unserer Behauptung ein Teilder Ansiedler gekommen ist. Martinus ward in den Bistümern Mainzund Utrecht als Schutzheiliger verehrt, von wo ebenfalls Zugängegekommen sein können.
Nikolaus, der Wasser- und Schifferheilige, weist durch seineBeliebtheit als Kirchenpatron in den Niederlanden (im weiten Begriff)auf die erste Einwanderung 1 ). Und wie Kläs in den Niederlanden heutenoch ein ungemein häufiger Name ist, so war Nikläs Niklös im 14. bis */16. Jahrhundert in Schlesien sehr beliebt. Fischart in seiner Geschicht-klitterung Kap. 10 führt Klaus als rechten Schlesiernamen auf. Daherist Klose, die schlesische Kürzung des Namens 2 ), ein verbreiteterschlesischer Familienname noch jetzt, wie auch Nitschke, die polnischeKoseform von Nikolaus, häufig im deutschen Schlesien als Familiennamevorkommt.
Bei Nikolaus stossen deutsche und polnische Kurzformen zusammenund beweisen durch ihre Häufigkeit die Verbreitung des Patrociniumsdes Heiligen unter beiden Völkern des Landes.
J ) Er hatte übrigens auch das Patrociniuni polniach-schlesischer Kirchen.2 ) Cloze Heilwig, Cloze Schefer 1415. Cod. dipl. Sil. X, 263.