Druckschrift 
Die Verbreitung und die Herkunft der Deutschen in Schlesien
Entstehung
Seite
210
Einzelbild herunterladen
 

210 Karl Weinhold, [54

queiclieln Zw. weichlich und kränklich sein; zart behandeln, ver-zärteln. — nd. quei queie: weich, sanft. *

rappen, rapsen Zw. raffen, nd. — rappeln sich Zw. sich rühren,bewegen; nd. rappeln, reppeln. — rapplich Adj. nd. repplik. *

Gerecke n. Frosch-, Krötengerecke: Froschlaich, Krötenbrut. — flämischpaddegerecke, nl. paddengerack.

schachtern Zw. geschäftig sein; mit nd. cht' = hochd. ft.

schef Adj. schief. Mit nd. Vokal; nd. nh sehet'.

schlickern, schluckernZw. Nasses verschütten. Schlickerhäusel, Wirts-haus ; Schlickerwetter, nasses Wetter. — nd. slackern, slickern, sluckern.

Schlung m. Schlucht. — nd. slunk Schlucht, Schambach 196.

schmseren Zw. schmieren; mit nd. Vokal. — nd. smeren, smeren.

schmuck Adj. schön, tüchtig (bei Steinbach nicht verzeichnet). —nd. smuck.

schnäken Zw. reden, plaudern. — Schnake, Schnöke f. lustige Ge-schichte ; Schnäkebichel n. weltliches Geschichtenbuch. — nd. snack,snacken.

schummeln Zw. bewegen, schaukeln oder wiegen; intrans. sich be-wegen, gehen oder laufen. — nd. schummeln, nl. schommelen.

Sjchummer m. Dämmerung; schummerich Adj. dämmericht, düsber;schummern Zw. dämmern. — nd. schummern.

Schüppchen (Plur.) die Hollunderbeeren; nd. schübken.

Schwarke f. dunkles Gewölk (Steine bei Breslau). — nd. swark, swärk,schwarze Wolke, Regenwolke: en wedder swarkt up (Voss). — ags.sverc sveorc Finsternis. Vgl. auch ahd. gisuuerc tempestas, mhd.swa-rc, swerc.

schwuchtern Zw. schwatzen. — nd. swugtern, seufzen und klagen.Vgl. auch nd. s wögen? swoegen, nl. zwoegen; gotisch svögjan.'

Speir m. Grasspitze, Hälmchen. — Auch oberlausitzisch; nd. spir,engl, spire.

Spille f. Spindel, spindelartiger Gegenstand. Wesentlich nd., obschonauch md. verbreitet.

staskern Zw. mit emer Stange stossen und suchen; der Starker, Stangezum stossen und suchen gebraucht. — nd. staken, stakern, steekern.

Staupe f. katarrhalisches Fieber; schlesisch seit 16. Jahrhundert nach-weislich. Auch obersächsisch; wetterauisoh Steupe. Aber eigentlichnd. Wort: stüp, stüpe: Stockung, Hemmung; krampfhafter Anfall(Stürenburg, ostfries. Wörterb 8, 354), nl. stuip, stuipe, Krampf, Fieber.

Staupe f. Rutenschlag; der Pfahl, an dem die Verurteilten gestäupt,mit Ruten gehauen wurden. Der aus Stein errichtete Pranger hiessdie Staupsaule. — Nd. Worte, die nach Mitteldeutschland vordrangenund hier au für ü annahmen.

tage, täger Adj. zäh, langsam, träge (Dreissighuben bei Reichenbach). —nd. Konsonant und Vokal; nd. tag, tä.

Teuche f. tiefe nasse Stelle im Acker (zwischen Liegnitz und Jauer). —nd. ch für f.

tieren Zw. sich gebärden, sich warum zu thun machen (Schweinichen). —Heute noch an der mittleren Weistritz (Schweidnitzer Gegend) uf-getirt gihn: aufgeputzt gehn. — nd. tieren, tiren.