Druckschrift 
Die Verbreitung und die Herkunft der Deutschen in Schlesien
Entstehung
Seite
192
Einzelbild herunterladen
 

192 Karl Weinhold, [36

Kraschen, Fürsten-Elgut, Postelwitz, Mühlatschitz; 1837 galten die dreiletztgenannten Dörfer als deutsch und in den übrigen war das Polnischeim Aussterben.

Der Namslauer Kreis wird für 1817 als ganz polnisch hingestellt.Für 1837 werden die Städte Namslau und Reichthal gemischt genannt:die Männer deutsch, die Weiber polnisch"; ebenso die Dörfer Glausche,Hennersdorf, Polkowitz, Nöldau, Strehlitz, Schmograu, Herzberg, Pro-schau, Kreuzendorf, Michelsdorf, Hönigern, Groditz, Gühlchen, Gohle,Böhlitz, Oschumbel, Belmsdorf, ßrzezinke, Haugendorf, Starzendorf,Johannsdorf, Grambschütz, Reichen, Saabe, Steinersdorf, Nassadel, Kaul-witz, Polnisch-Marchwitz, Neu-Marchwitz.

Die anderen Orte werden als ganz oder meist polnisch angegeben.

Im Ohlauer Kreise bezeichnet Hundrich die rechte Oderseite alsteils ganz, teils überwiegend polnisch, und die früher von uns (S. 190 [34])genannten Dörfer der linken Seite als vorherrschend polnisch. Linksnennt er für 1837 als ganz deutsch Rosenhain und Sackefau, als vor-herrschend deutsch Jankwitz, Marchwitz, Gross-Peiskerau und Zedlitz;dagegen hatte Zottwitz (Sobaczesko) noch eine ziemlich starke polnischeBevölkerung.

VomBrieger Kreise kennt er nur die rechte Seite 1817 und 1837als ganz öder überwiegend polnisch. In Karlsburg, Limburg undMoselach hatte die Verdeutschung zugenommen.

Sonst hat Hundrich für den Breslauer Regierungsbezirk nur dieBöhmen zu verzeichnen

1) in den Hussitenkolonieh um Strehlen: Hussinetz, Podiebrad,Mehltheuer, Pentsch, Töppendorf (letzteres stark germanisiert), denenwir gleich die andern böhmischen Kolonien: Tabor und Tschermin imKreise Polnisch-Wartenberg, Münchhausen, Friedrichgrätz und Sackenim Kreis Oppeln und Petersgrätz im Kreise Grossstrehlitz zufügen;

2) im Lewiner Winkel der Grafschaft Glatz, d. i. in den DörfernTscherbenei, Kudowa, Schlaney, Brzesowie, Jakobowitz, Straussenei undBukowine mit 3350 Einwohnern.

Für Oberschlesien gab Präsident Hundrich eine auf 1834 zurück-gehende statistische Ueb ersieht.

Als ganz deutsch ergeben sich daraus die Kreise Grottkau undNeisse, als fast deutsch Falkenberg (21035 Deutsche, 6171 Polen),überwiegend deutsch Leobschütz (39936 Deutsche bei 50 602 Gesamt-zahl), als ungefähr zu 2 /s deutsch Neustadt (19 734:48 325).

Die polnischesten Kreise waren Beuten mit nur 459 Deutschenbei der Gesamtzahl 41052, Rybnick mit 1299:35 677, Lublinitz mit1359:28648, Gfossstrelitz mit 1481:31670, Pless mit 1900:47 486,Rosenberg mit 2000 Deutschen bei 31211 Seelen überhaupt.

Vervollständigt und verbessert wurden die Angaben für die KreiseRatibor und Leobschütz durch genauere Berücksichtigung der mähri-schen Bewohner dieser Kreise 1 ), die zu 45 616 Seelen veranschlagtwurden.

') Sie werden im Jahresbericht für 1846, S. 82 f., unnötigerweise in Böhmenund Mährer geschieden.