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wandten Nachbarvolke der Silingen in der alten Heimat*), bis sie imAnfang des 5. Jahrhunderts ebenfalls auszogen, sich mit den übrigenvereinten und im Bunde mit Sweben und den ungermanischen AlanenNoricum, Rhätien und Gallien verwüsteten. Wie sie in Spanien mitden Westgoten kämpften, wobei die Silingen aufgerieben wurden; wiesie 429 Nordafrika unter König Geiserich eroberten und nach mehrals lOOjähriger Blüte im Kriege gegen die Byzantiner durch BelisarsFeldherrnkunst den Untergang fanden (534), ist bekannt.
In Afrika waren die Wandalen nach den byzantinischen Erzäh-lungen ebenso reich und üppig geworden, als sie in der alten lugischenHeimat arm und dürftig gewesen sein müssen. Denn die schlesischenGrabfunde aus den lugischen Zeiten beweisen eine geringe Wohlhaben-heit: ziemlich rohe Thongefässe, Steinwerkzeuge, kleine Bronzesachen,das ist alles. Um so überraschender war die 1886 zu Sakrau im Kr. Oelsgemachte Ausgrabung, die Gold, Silber, Erz und Glas in schöner Ver-arbeitung bietet und deren Gegenstände pannonische Ornamente auf-weisen. Man darf wohl behaupten, dass hier ein Beweis der Ver-bindung vorliegt, die zwischen den pannonischen und den schlesischenWandalen aufrecht blieb.
Im Anfang des 5. Jahrhunderts n. Chr. ist Schlesien von seinenuralten germanischen Bewohnern gänzlich verlassen. Denn was etwavon Leuten zurückblieb, die zum Auszug unfähig oder unwillig waren,kann nur sehr gering und ohne Bestand gewesen sein. Es verschwandunter den Lechen und Tschechen, die wahrscheinlich sofort von derWeichsel her das Land besetzt haben.
Ausser den Namen der Oder (OutaSo?, OutäSooac, von den Slavenzu Odora umgestaltet), der Elbe (Albis) und der Weichsel (Vistula,Oöiato'jXa?, bei Jornandes Viscia unter Einfluss des slavischen Visla)erinnert kein Name eines Wasserlaufes dieses Landes an die vorslavischeZeit. Von den Bergnamen kein einziger; denn der tschechische Namedes Riesengebirges Krkonoske" hory wird das Rabengebirge- bedeutenund ohne Zusammenhang stehen mit dem von Ptolemäus genanntenVolke der Kopxovrot, die nach ihm am askiburgischen Gebirge sassen 2 ).
Alle Pluss- und Bachnamen und alle Benennungen der Berge undWälder, die wir in den alten schlesischen Urkunden finden, sind sla-visch, ein genügender Beweis gegen die dilettantische Behauptung, dassim Gebirge eine urdeutsche Bevölkerung sich gehalten habe. Ebenso sindalle alten schlesischen Ortsnamen slavisch. Die deutschen Namen werdenin geschichtlich durchsichtiger Zeit vor unseren rückwärtsschauendenAugen gegeben und geformt. Schlesien war also seit dem 5. Jahr-hundert ein ganz slavisches Land geworden. Die germanische Kultur,die etwa vorher hier anzusetzen ist, war mit dem ausziehenden Volkeeiner anderen Volksart gewichen.
Die ersten Urkunden, die wir dann über schlesische Zuständehaben, zeigen das Land ebenso mit einzelnen slavischen Völkerschaften
1 ) Müllen ho ff, iin Anhang zu Th. Mommsens Ausgabe des Verzeichnissesder römischen Provinzen von 297. Abhandl. der Berl. Akademie d. Wissensch.von 1862, S. 524.
2 ) K. Zeuss, Die Deutschen und die Nachbarstämme S. 123.