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1 (1890) Die Handschriften in Folio
Entstehung
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VI Einleitung.

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manuskripte, waren Gegenstand seiner Liebhaberei. Er Hess solche öftersmit gedruckten Büchern zusammen in grösseren Auktionen ersteigern soaus der Bibliothek des Fürsten Soubise ein lateinisches Evangeliariummit Miniaturen (Cod. bibl. Fol. nr. 28) und den zweisprachigen Homer((Jod. poet. et philol. Fol. nr. 5). Andere kaufte er einzelnen Händlern ab,wie dem Baron Hüpsch in Köln, welcher aus niederrheinischen Kirchenund Klöstern Seltenheiten ersten Hangs hervorzulocken wusste,*) und demGeh.llat G. W. Zapf in Augsburg, welcher Wichtiges aus Konrad Peu-tingers Nachlass oder aus Fuggerisehem Besitz bieten konnte. Weniger hattees der Herzog beim Ankauf von Büchern und Handschriften auf solcheabgesehen, welche die Geschichte oder Landeskunde von Württem-berg zum Gegenstand haben. Man war auch zu der Erwartung berech-tigt, dass Werke dieser Kategorie durch die verschiedenen Begierungs-behörden von selbst eingehen werden. Auch die Ablieferungen aus demherzogliehen Archiv, welche erstmals im Jahr 1788 erfolgten, brachtenhauptsächlich in der genannten Litter aturgattung Zuwachs. Besondersergiebig war jedoch in dieser Beziehung die ungewöhnlich reiche Privat-bibliothek des Geh.Beets Friedrich Wilhelm Frommann, welche im Jahr1785 angekauft wurde. Dem Eifer, mit welchem dieser Manu Württem-bergica im weitesten Umfang des Worts sammelte, und der Geschicklichkeit,mit welcher er seine Autorität als Vorstand der Oberkirchenbehörde fürdiese Zwecke benützte, verdanken nur Früchte, wie wir sie sonst bloss durchdas Zusammenwirken vieler in Kunst- und Altertumsvereinen erwachsensehen. Er war der erste, welcher den Anstoss gab zur Nachbildung derKunstdenkmale, zur Kopierung der Inschriften, zur Bettung der geschicht-lichen Aufzeichnungen in den altwürttembergischen Klöstern, und wenn ersich auch zunächst mit dilettantischen Wiedergaben begnügte, so schuf erdoch Grundlagen, auf welche die Forschung noch jetzt zurückgreift. Dassdiese Sammlumjen nicht zerstreut wurden, war jedenfalls ein Verdienst desHerzogs.

Koch in den letzten Jahren seiner Begier ung trat nun aber eine solcheEbbe im Staatsschatz ein, dass Karl Eugen die Unmöglichkeit einsah, indem grossen Stile, in welchem er begonnen, weiter zu machen. Er be-schränkte die jährlichen Aufwendungen für die Bibliothek auf eine kleineSumme, und .seine Nachfolger, welche das Land unter den Kriegen derRevolutionszeit leiden sahen, konnten für diese Allstedt so wenig thun,dass die Bücheranschaffungen zeitweise in völligen Stillstand gerieten. Aberdie Napoleon ische Zeit brachte trotz des fortdauernden Kriegselends

*) Von ihm stammt das dreibündige l'salterium aus dem 7. oder S. Jahrhundert(Cod. bibl. Vol. nr. 12).