II Einleitung-.
so noch übrig und von den geringsten Sachen, schult zerrissen und sonstenübel von den Soldaten und Ädversariis zugerichtet worden, dass also nichtsrechts mehr vorhanden ist."'
In ihrer Wiederaufrichtimg aus diesem Ruin machte die herzoglicheBibliothek zu Stuttgart nur sehr laugsame Schritte, da während des ganzenJahrhunderts, /reiches auf jene Katastrophe folgte, in der Hauptlinie deswürttembergischen Fürstenhauses wenig Rinneigimg zur Gelehrsamkeit zufinden war. Erst Herzog Karl Eugen, der Gründer der Karlsschule,fühlte das Bedürfnis, eine grosse Bibliothek zu schaffen, was vermöge Stif-tungsbriefes vom 11. Kehr. 1765 ins Werk gesetzt wurde. Den Grundstockdazu, bildete, was sich von Büchern im Besitz des herzoglichen Hauses vor-fand; es soll sich auf 4—6000 Bände belaufen haben,
Angesichts der Verheerungen, welche der drei ssigjälir ige. Krieg in denherzoglichen Büchersammlungen angerichtet hat, wird mau annehmen müssen,es sei unter diesem Grundstock nur weniges gewesen, was in württem-bergischem Hausbesitz beständig verblieben war und sich in diesem ausfrüheren Jahrhunderten bis zur Neuzeit herübergerettet hatte; namentlichmögen Handschriften oder Inkunabeln, denen schon der Laie die Seltenheitun.d Kostbarkeit anmerken konnte, den Plünderern nur ausnahmsweise ent-gangen sein. Mau könnte hiegegeu geltend machen, dass doch noch jetztin der /,-. öjfentliehen Bibliothek dieses und, jenes unverkennbare fürstlicheFamilienstück aus früher Zeit, wie das bekannte Gebetbuch des HerzogsEberhard im Bart (Brev. Q. nr. 1), ferner manche auf Anregung Würt-temberg i sei w,r Fürsten entstandene und vom Urheber ihnen gewidmete Hand-schrift, endlich mancher durch eingemalte oder aufgedruckte Wappen alsaltwürttembergischer Besitz sich kennzeichnende Kodex sich vorfinde. DieseThatsache muss zugegeben werden, aber es stellt sich heraus, dass vonsolchen Handschriften, welche einst mit Sicherheit älteren württembergischenHerzogen angehörten, nicht wenige aus der Bücher Sammlung des herzoglichenSchlosses sich verloren hatten und erst wieder hereinkamen, als Herzog KartEugen auf Grund der alten eine neue geschaffen halle, Nur zwei Belegeeiner solchen längeren Entfremdung fürstlichen Guts will ich hier anführen.Eberhard im Bart veranlasste eine Übersetzung von Columellas Büchernvon der Landwirtschaft.*) Die Pergamenthandschrift, in welcher dieseÜbersetzung niedergelegt ist,**) trägt Eberhards Wappen (mit dem Wahl-spruch Attempto) und war zweifellos ursprünglich, sein Eigentum, Aberde blieb so wenig im Besitz des Herzogshauses, dass vielmehr Karl Eugenim Jahr 1785 ans dem Besitz des Geh.liats Frommann mit dessen') Ch. 1<\ Stalin, wirt. Gesch. 3, 700.*) Sie trägt jetzt in der k. öffentl. Bibliothek die Signatur: Camer. Fol. nr. 1.
ssk
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