31Die Gnade fließet aus vom Throne,Das Recht iſt ein gemeines Gut,Es liegt in jedem ErdensohneEs quillt in uns wie Herzensblut;Und wann sich Männer frei erheben,Und treulich schlagen Hand in Hand,Dann tritt das inn're Recht in's LebenUnd der Vertrag gibt ihm Bestand.Vertrag! Es ging auch hier zu LandeVon ihm der Rechte Satzung aus;Es knüpfen seine heil'gen BandeDen Volksstamm an das Fürstenhaus.Ob Einer im Palast geboren,In Fürſtenwiege ſei gewiegt,Als Herrscher wird ihm erst geschworen,Wenn der Vertrag besiegelt liegt.Solch' theure Wahrheit ward verfochten,Und überwunden ist sie nicht.Euch, Kämpfer, ist kein Kranz geflochten,Wie der beglückte Sieg ihn flicht:Nein, wie ein Fähnrich, wund und blutigSein Banner rettet im Gefecht,So blickt Ihr, tief gekränkt, doch muthigUnd stolz auf das gewahrte Recht.Kein Herold wird's den Völkern kündenMit Pauken und Trompetenſchall,Und dennoch wird es Wurzel gründenIn deutschen Gauen überall:Daß Weisheit nicht das Recht begraben,Noch Wohlfahrt es ersetzen magDaß bei dem biedern Volk in Schwaben,Das Recht besteht und der Vertrag!1817.Nr. 4.(Mel.: Prinz Eugenius 2c.)Mögen krächzen Rab' und Eulen,Sicher stehn des Rechtes Säulen,Bleibt der Muth der Männer fest!Laßt sie grollen! Laßt sie hassen!Der nur ist von Gott verlassen,Der den Weg des Rechts verläßt!Muthig Reih' an Reih' geschlossen,Laßt uns ringen unverdrossen,Wär' der Kampf auch noch so schwer!Bei dem Ew'gen sei's geschworen:Lieber Hab' und Gut verlorenAls das Recht und als die Ehr'!Bei dem Klange uns'rer LiederSchwebe von den Sternen niederGeist von Scharnhorst, Geist von Stein!
Ludwig Uhland.