51Thorwärter eines Ortes, daß, wenn ein WestfälischerKnabe daselbst angekommen, so habe er für denselbenden Hut abgezogen, ihm die Hand geboten und gesagt:Willkommen Herr Bürgermeister! Nicht an-ders, als ob er im Geist vorhergesehen, was ein sol-cher dermaleinst werden würde. Wo dieses jemals inder That sich also zugetragen, so mögte es billig auchzu Lübeck geschehen seyn; maßen daselbst von allenZeiten her, eine so große Menge von Westfälingern,den Bürgermeister= und Rath=Stuhl beklei-det, daß es gar zum Sprichwort gedyen, es sey dieGewohnheit derer hierher kommenden Westfälingerndaß sie zu allererst nach dem Rathhause fragen.Gewiß, was der mehrgedachte Rolevink*) derStadt Cölln nachrühmet, nemlich daß dieselbe manchepannosos, gementes, desolatos et flentes Westphalos,d. i. schlecht bekleidete, seufzende, verlassene und wei-nende Westfälinger, liebreich aufgenommen und gütigverpfleget habe, so daß sie hernachmals in Seide undSammit haben einhergehen und ansehnliche Bürger-meister=Stellen, oder andere Ehrenämter bekleidenkönnen; eben das mag man auch mit höchstem Rechtvon der Stadt Lübeck sagen, welcher eben jetzt=er-wähnte redlicher Carthäuser zu Ehren nachschreibt**)daß es einem seiner Angehörigen, der damals noch imLeben gewesen, daselbst also ergangen sey. PraecellensSaxonia, spricht er, mater nostra et domina, tibiiugiter bene sit in mari et in terra, quae legatosp. 170.p. 171.
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten