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Vor achtzehnhundert Jahren : zur Verständigung über Jesus
Entstehung
Seite
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28(durch Gesinnung und Wandel) genannt; dafür hatte man ihnpolitisch verdächtigt und der Gotteslästerung beschuldigt. SeinUntergang schien unvermeidlich, denn Zeugen und Richter warenbestochen. Da überfiel die entsetzlichste Todesfurcht den bis-her so unerschrockenen Kämpfer, — zitternd und weinend, sinktder zarte Organismus dem erquickenden Schlummer in dieArme. Ach, es war nicht Reue sondern nur die Anwandelungeiner menschlichen Schwäche, die über ihn gekommen — undselbst in diesem schwachen Augenblicke nimmt er nicht minderunsere Bewunderung als unser Mitleiden in Anspruch.Unterdessen hatte die Stunde der Verhaftung geschlagenund von nun an zeigt Jesus trotz der Flucht und Verleug-nung seiner Anhänger wieder seine alte Standhaftigkeit. MitCharakter antwortet er auf die Beschuldigung: zu Haß undVerachtung gegen die Landeskirche aufgereizt zu haben; (Luc.23, 5.) — endlich die Fruchtlosigkeit seiner Vertheidigung ge-wahrend, setzt er den lügenhaften Anklagen ein würdevollesSchweigen entgegen. Da die aufgeklärte römische Obrigkeitin der Lehre Jesu kein Vergehn finden konnte, so hetzten diePriester das Volk auf und der fanatisirte Pöbel schrie nun solange! „An's Kreuz! An's Kreuz!“ bis der schwache Rechts-pfleger willfahrte.Der Verlauf des Dramas ist bekannt und darf daher wohlmit stiller Theilnahme übergangen werden, zumal hier nur Streif-lichter über die Ereignisse vor achtzehnhundert Jahren geworfenwerden sollen. Der Klosterphantasie bleibt es auch ferner über-lassen, (P. Cochem und Mar. Cath. Emmerich) Martern zu schil-dern, die um so mehr empören, als sie an einem Unschuldigenverübt wurden. Wer Jesum wahrhaft liebt, verhüllt sein Augevor den physischen Leiden, unter denen der Menschensohn erlagein unverdorbenes Gefühl wendet sich mit Schaudern davon ab.Jesus starb wirklich! Denn wer wollte annehmen, daßdie Priesterschaft nicht alle Vorkehrungen traf, um sich des Ge-fährlichen und Verhaßten für immer zu entledigen? Wir glau-ben an seinen Tod, obgleich manche Kritiker denselben bezweifelten;Freunde suchten den Leichnam von Pilatus zu erhalten, um ihmein ehrliches Begräbniß angedeihen zu lassen. Allein die Hohen-priester und geistlichen Räthe entwendeten den entseelten