96Jacobe.Zu deinen Füßen soll die Rose sterbenMein Herr und Heiland, die der Herzog mirAls eine Blume schöner Hoffnung schenkte;Nimm als ein Opfer sie, du treuer Gott!(Sie tritt in das Zimmer vor.)Wie hat es doch so seltsam mich bewegt,Dies freundliche Begegnen in dem Garten!Noch zittert mir das tief gerührte Herz.Du weißt es nicht, du kranker, armer Mann,Daß ich gefangen — selten nur zum GartenIst mir der Schritt vergönnt und meine Freunde,Sie schleichen nur verstohlen zu mir her.Von Allem was ich liebe, ist MathildeUnd der getreue Hall bei mir geblieben;Sie Beide harren redlich mit mir aus.War es denn recht, daß ich des Freundes LebenAn meines Kerkers Sorgenkette band?Ach, wie ein Held, wie ein getreuer WächterSteht er an meines öden Zimmers Schwelle;Sein klarer Blick ist meiner Hoffnung Stern.Und wie mich auch die falschen Menschen tadeln,Den Freundesbund mit ihrem Argwohn höhnenNicht will ich opfern diesen stillen Trost.Geduldig trag ich meine schweren LeidenUnd hoffe auf den Sieg nach hartem Kampf;Nicht kann ich ändern Vorurtheil und Sitte,Doch in der eignen Brust gilt mein Gesetz.Und einmal, lieber Gott, muß es sich wenden!Dann strahlet wieder mir der Freiheit SonneUnd neu betret' ich meine Lebensbahn.Dann laß mich fromm in deinem Lichte wandeln,
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