63Jacobe.Ihr sprecht, mein Vater! von dem Heil'genschein,Der eines Martyr's Heldenstirn umstrahltMein Herz erbangt — und meine frische Jugend,Sie schaudert vor des Grabes Leichenduft;Nicht vor dem Tod, der meinen Körper löset,Doch vor der Nacht, die mir die Seele trübt.Herzog Wilhelm.Glaubt mir, Jacobe, diese Nacht verschwindet,Wenn, gleich den „klugen Jungfrau'n“, euch die LampeDes frommen Muthes leuchtet in der Hand.Noch einmal bitt' ich: harret aus, Jacobe!Und streckt die Waffen vor dem Kampfe nicht.Auch müßt ihr Vorsicht lernen — eure Seele,Vom Licht der Kunst und Wissenschaft genährt,Darf sich den kühnen Adlerflug gestatten;Doch eure Füße wandeln auf dem Boden,Wo Dornen noch und wilde Disteln wuchern,Die blinder Wahn mit plumper Hand gesä't.Da, müßt, geduldig wie ein frommer Gärtner,Ihr Unkraut jäten und die guten TriebeMit sanfter Hand an's Licht der Sonne zieh'n.Ihr wißt, vom edlen Lehrer meiner Jugend,Dem großen Heresbach und von dem FreundeMonheimius, hab' ich der goldnen WahrheitGlanzhelle Schrift verstehen lernen, habeVom Unsinn einer wildbewegten ZeitMir nicht den Sinn verwirren lassen — aberIm steten Kampf ist mir das Herz gebrochenNun bin ich krank — und einsam fühl' ich mich.Auf eure Jugend hofft' ich — eure Liebe
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