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Jacobe von Baden : ein Trauerspiel in 5 Aufzügen
Entstehung
Seite
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62Tragt willig euer selbst erwähltes Loos;In eurem Geiste ruhn die mächt'gen WaffenIn eurem Herzen blüht der einz'ge Lohn.Ach, thränenwerth sind aller Fürsten Tage!Sie theilen ja der ganzen Menschheit WehUnd tragen zu der allgemeinen BürdeNoch ihrer großen Pflichten Centnerlast.Doch wenn es Gott gefällt und sie gehorsamDes hohen Amtes warten, nach Vermögen:So strahlet auch auf ihres Ruhmes HöhenDer Völker Dank, der Nachwelt Sternenkranz!Jacobe.Ach, lieber Vater! solche HeldengrößeWie kann erreichen sie das schwache Weib?Herzog Wilhelm.Die Frage nicht kam sie aus eurem Herzen,Jacobe kennt sehr wohl das hohe VorbildDer großen Frauen, die seit Esthers ZeitenIm Heldenkranze der Geschichte blüh'n!Jacobe.Wie kann ich aus den Schlingen und den Fesseln,Die meine Schritte hemmen, aus dem Elend,Das Tag für Tag ermüdend mich umspinnt,Zur freien Höhe dringen? wo der BlickDes Thals Geschicke lenkt, und in dem AetherDer Gottes=Nähe, froh das Herz sich sonnt!Herzog Wilhelm.Gott ist uns nah' auch in der Trübsal BandenUnd frei fühlt sich der himmelvolle Geist,Auch in des Kerkers dumpfer Moderluft!