61Als ihr im Einverständniß mit den Ständen,Dem größten Theil derselben wenigstensDem jungen Herzog mich zur Gattin wähltet,Da habt ihr wohl gewußt in welches IrrsalIhr meine unbesorgte Jugend stelltet.Ihr habt von dieser jugendlichen Kraft,Der eignen Heldenthaten eingedenkDes Gatten Glück, des Landes Wohl gehofftUnd — dess' sei Gott mein Zeuge! daß ich kamMit gutem Willen und mit FreudigkeitZu wahren meinen fürstlichen Beruf.Doch euer Sohn, der arme, gute Herzog,Wie sehr mein Herz auch sein Gemüth verehrtFremd blieb er mir und wird es immer mehr.Er ist ein Spielball der Prinzessin Schwester,Die Räthe, die nur ihre Freunde sind,Benutzen seines Wahnsinns Last und Schwäche;Die Geistlichen, die rastlos mit ihm beten;Die Diener, welche den Verwirrten höhnenSie alle sind mir feind — ein HindernißIn meinem Wirken und in meinem Recht.O, lieber Vater! — sprecht ein MachtwortAn eurem Hof, des eignen Hauses KinderAn ihren Platz und lehret die Prinzessin,Daß Jülichs Herzogin kein krankes Kind,Daß sie am Gängelbande führen könne!Herzog Wilhelm.Ich fühle wohl, wie rechtlich eure KlagenMein liebes Kind! doch leider bin ich nurEin alter, kranker Mann und wie ein TraumLiegt hinter mir des Lebens harter Kampf.Ich kann nur bitten euch und euch ermahnen:
stellt