52Gertrude.O, helft mir, gnäd'ge Frau!Ich habe nicht den Augenblick erhascht,Den frei er hat von seines Amtes PflichtenStand ich auch stundenlang vor seiner Thür!Jacobe. (Sanft und innig.)Sei ruhig, liebe Gertrud! Deine MutterSoll wieder bald im Stübchen dir erzählen.(Mit einer lebhaften Bewegung.)Mathilde! — hör' den Schwur! — Gott strafe michWenn je ein Weib, so lang ich Herzogin,In meines Landes Marken wird verbrannt!(Sie schreibt)Ich bitte dich, bestell' den Läufer mir,Er soll ein Briefchen dem Dechanten gleichIn meinem Namen überreichen;Und auch den Marschall Reuschenberg soll er,Mit einem freundlichen Empfehl von mir,Zu einer augenblicklichen BerathungsogleichIn mein Gemach entbieten, — schnell —(Mathilde von Mexelrain ab.)Und du Gertrude, bleibe nur getrost!Geh zu dem Bruder und bedeute ihnDaß er, und wenn er zehnmal der PrinzessinLeibdiener sei, er dennoch von dem HofMit Schimpf und Schande werde fortgejagt,Wenn er als Sohn ein Ungeheuer bliebe.(Gertrube küßt das Gewand der Herzogin, sie entferntsich leise, Mathilde von Mexelrain tritt mit dem Läufer ein, der den Brief empfängt und sogleich enteilt.)Jacobe.ist es möglich,Mathilde! —Allmächt'ger Gott!Daß ich am eig'nen Heerd erleben soll
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