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Jacobe von Baden : ein Trauerspiel in 5 Aufzügen
Entstehung
Seite
41
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Ermüden mich, sie stören mir die Andacht,Die mir im Herzen, wie die Flamme glüht!Mathilde von Merelrain.In allen Formen, wenn der Sinn nur schön,Wird der Allgegenwärtige verehrtEr ist auch nahe den zerknirschten Herzen;Zerschlagenen Gemüthern hilft sein Trost,Und als ihr euch vom heil'gen Lebensweine,Den früh die Reformation euch reichte,Zum Himmelsbrod der Katholiken wandtet;Da habt ihr auch Gehorsam angelobtDen Kirchlichen Gebräuchen allzumalUnd nicht geziemt euch jetzt der eig'ne Sinn.Jacobe.Laß mir den eignen Sinn! Mathilde, nurIn meiner Weise kann ich beten ja,Kann glauben, hoffen, lieben — nur im GeistUnd in der Wahrheit dient man Gott, dem Geist!Wie schön trat mir an des Geliebten HandDer Glaubensengel sanft und mild entgegen,Wie eine Tochter nahm die Kirche michDie seine Mutter war, in ihren SchooßUnd meine Seele ward im Frieden still.Doch Philippert von Baden war mein VaterUnd nimmer kann sein armes Kind vergessen,Was er in Reuchlins Schriften, Huttens BriefenUnd durch den sanften Melanchthon mich lehrte,Und stets bewundre ich den kühnen Geist,Den Heldenmuth des Mönchs von Wittenberg!Mathilde von Merelrain.Es sagt die Schrift, man kann nicht zweien Herren